Angriff auf Blauhelmtruppe Spanien gibt Israel Schuld an Tod von Uno-Soldat

"Die Gewalt ging von der israelischen Seite aus": Die Regierung in Madrid kritisiert Jerusalem scharf. Die israelische Armee hatte einen Uno-Posten beschossen, dabei kam ein spanischer Blauhelm-Soldat ums Leben.

Uno-Fahrzeug im Südlibanon: Heikle Mission im Grenzgebiet
DPA

Uno-Fahrzeug im Südlibanon: Heikle Mission im Grenzgebiet


New York/Madrid - Mit ungewohnt scharfen Worten hat Spaniens Uno-Botschafter Roman Oyarzun die israelische Armee kritisiert. Der Diplomat machte das Militär für den Tod eines spanischen Blauhelmsoldaten im Südlibanon verantwortlich. "Er kam wegen dieser Gewalteskalation ums Leben, und diese ging von der israelischen Seite aus", sagte Oyarzun in New York.

Am Mittwoch war es an der israelisch-libanesischen Grenze zum schwersten Zwischenfall seit Jahren gekommen. Ein Kommando der Hisbollah-Miliz hatte mehrere israelische Armeefahrzeuge mit Raketen beschossen. Dabei wurden zwei Soldaten getötet. Israel reagierte mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen auf den Südlibanon.

Ein israelischer Angriff traf einen Posten der Blauhelmmission Unifil in der Nähe des Dorfes Ghajar, durch das die israelisch-libanesische Grenze verläuft. Warum die Israelis den Stützpunkt beschossen, ist unklar. Die Koordinaten der Uno-Anlage waren dem Militär bekannt.

Der spanische Soldat Francisco Javier Soria Toledo soll nach Informationen der Zeitung "El Pais" von Anti-Personen-Munition getroffen worden sein, die über dem Boden explodierte. Zum Zeitpunkt des Angriffs war der 36-Jährige der einzige Uno-Soldat in dem Posten.

Spaniens Außenminister José Manuel Garcia-Margallo verlangte von den Vereinten Nationen eine "sofortige, sorgfältige und umfassende Untersuchung". Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte den Tod des Soldaten zwar aufs Schärfste, vermied es aber, Verantwortliche zu benennen.

Israels Botschafter in Madrid, Alon Bar, übermittelte der spanischen Regierung sein Mitgefühl. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte: "Wir bedauern den Vorfall und werden das untersuchen."

Die mehr als 11.000 Soldaten zählende Unifil-Truppe im Südlibanon soll den Waffenstillstand zwischen Israel und dem Libanon überwachen und Waffenlieferungen an die Hisbollah unterbinden. Die Bundeswehr ist mit einem Marineverband vor der libanesischen Küste an dem Einsatz beteiligt.

syd/AFP/AP



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