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Spanien

Gesundheitsministerin tritt wegen Affäre um Masterabschluss zurück

Spaniens Regierungschef ist seit rund drei Monaten im Amt - und verliert nun bereits sein zweites Kabinettsmitglied: Gesundheitsministerin Carmen Montón wird vorgeworfen, bei ihrem Uni-Abschluss geschummelt zu haben.

AFP

Carmen Montón

Mittwoch, 12.09.2018   02:04 Uhr

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Rund drei Monate nach ihrem Amtsantritt ist Spaniens Gesundheitsministerin Carmen Montón am späten Dienstagabend zurückgetreten. Zuvor hatte das Nachrichtenportal "eldiario.es" über mutmaßliche Unregelmäßigkeiten beim Erwerb ihres Masterabschlusses im Jahr 2011 berichtet. Montón soll demnach auf bis zu 19 Seiten ihrer Abschlussarbeit bei "Wikipedia" und aus Online-Artikeln abgeschrieben haben.

"Ich war immer transparent und ehrlich", sagte die 42-jährige Montón vor Journalisten in Madrid. "Wie ich mehrfach erklärt habe, habe ich mir keine Unregelmäßigkeiten zuschulden kommen lassen." Sie stelle ihr Amt zur Verfügung, habe aber ein reines Gewissen.

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Ministerpräsident Pedro Sánchez nahm den Rücktritt seiner Ministerin an. Auf Twitter gab er bekannt, dass er Maria Luisa Carcedo Roces zur Nachfolgerin von Montón ernannt habe. Die 65-Jährige hatte bisher das Amt der Hochkommissarin für den Kampf gegen Kinderarmut inne.

Mit Montón ist bereits das zweite Kabinettsmitglied der seit Anfang Juni amtierenden Regierung zurückgetreten. Am 13. Juni hatte Kultur- und Sportminister Máxim Huerta wegen des Vorwurfs des Steuerbetrugs seinen Posten abgegeben - nach sechs Tagen im Amt. Der Schriftsteller wurde durch Kulturmanager José Guirao ersetzt.

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Der Sozialist Sánchez war Anfang Juni nach einem Misstrauensvotum gegen seinen konservativen Vorgänger Mariano Rajoy neuer spanischer Regierungschef geworden.

aar/dpa/AFP

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