Spanien Elf Frauen, sechs Männer, eine Regierung

Spaniens König Felipe VI. hat die neue sozialistische Regierung vereidigt. Reine Routine für den Monarchen. Neu war allein: Erstmals gibt es wesentlich mehr Frauen als Männer im Kabinett. Es gab Unmut - aber nicht deshalb.

Spanisches Kabinett
REUTERS

Spanisches Kabinett


Das spanische Kabinett steht fünf Tage nach Amtsübernahme des neuen spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez - und es ist ein historisches: Erstmals in der Geschichte des Landes sind die Ministerinnen deutlich in der Mehrheit.

Sánchez berief elf Frauen und sechs Männer. Die Gesamtzahl der Ministerien in der Regierung des Sozialisten beträgt 17. Das sind vier mehr als bei seinem konservativen Vorgänger Mariano Rajoy. Dieser wurde bei einem Misstrauensvotum abgewählt.

Carmen Calvo, die in der sozialistischen Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero (2004-2011) Kulturministerin war, wird stellvertretende Regierungschefin und übernimmt gleichzeitig das neue Ministerium für Gleichberechtigung.

Kritik gab es vom Linksbündnis Unidos Podemos, das als Gegenleistung für seine Stimmen beim Misstrauensvotum auf einige wichtige Posten in der Regierung gehofft hatte. Sánchez hat hingegen keinen einzigen Politiker der Allianz in sein Kabinett geholt. Die Regierung sei so viel schwächer als in einer Koalition, warnte Podemos-Sprecherin Noelia Vera. "Wir garantieren unsere Unterstützung nicht."

Ob Sánchez plant, die Legislaturperiode bis 2020 zu Ende zu führen, war unklar. Zuvor hatte er angekündigt, in absehbarer Zeit Neuwahlen ausrufen zu wollen. Seine Sozialisten (PSOE) verfügen im spanischen Parlament nur über 84 der 350 Sitze.

dop/dpa



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