Rettungsschiff "Aquarius" Spanien nimmt 629 Flüchtlinge auf

Italien verweigerte den Flüchtlingen auf dem Boot "Aquarius" die Aufnahme, Spanien nimmt die Männer, Frauen und Kinder nun auf. Sie harren seit dem Wochenende auf dem Mittelmeer aus.


Am Wochenende gerieten 629 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer in Seenot. Italien und Malta weigerten sich zwei Tage lang, die Menschen aufzunehmen. Nun kündigte Spaniens neuer, sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez an, die 629 Flüchtlinge an Land zu lassen und sich um sie zu kümmern.

Das Schiff dürfe im Hafen von Valencia an der Ostküste Spaniens anlegen, "um eine humanitäre Katastrophe zu verhindern", sagte er. Die neue populistische Regierung Italiens hatte sich zuvor geweigert, dem Rettungsschiff die Einfahrt in die Häfen des Landes zu gestatten. Die von den Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée betriebene "Aquarius" harrte deshalb seit dem Wochenende im Mittelmeer aus. Unter den Geretteten finden sich 123 unbegleitete Minderjährige.

Zwischen den Regierungen Maltas und Italiens besteht seit 2014 eine inoffizielle Vereinbarung, dass keine Geretteten mehr nach Malta gebracht werden. Die Hintergründe des Deals wurden aber nicht öffentlich gemacht. In den vergangenen fünf Jahren haben mehr als 600.000 Menschen Italien mit Flüchtlingsbooten erreicht, die meisten aus Afrika.

Insgesamt sind am Wochenende mehr als tausend Menschen von seeuntauglichen Booten im Mittelmeer gerettet worden. Die Migranten waren auf der zentralen Route zwischen Libyen und Italien sowie im Westen zwischen Marokko und Spanien unterwegs. Die Retter bargen auch mindestens vier Leichen.

dop/AFP/Reuters/dpa



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