Deutsche Unternehmerin Spaniens Parlament will Rolle von Sayn-Wittgenstein aufklären

Welche Rolle spielt Corinna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein in der spanischen Politik? Sie habe vertrauliche Missionen für Madrid wahrgenommen, hatte die deutsche Unternehmerin gesagt. Das Parlament fordert jetzt Aufklärung über die 48-Jährige, die sich als eine Freundin des Königs bezeichnet.

Corinna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein (Archivbild): Missionen für Spaniens Regierung?
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Corinna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein (Archivbild): Missionen für Spaniens Regierung?


Madrid - Jetzt ist der Direktor des spanischen Geheimdienstes CNI gefragt: Félix Sanz Roldán soll einem Parlamentsausschuss Auskunft darüber erteilen, welche Rolle die deutsche Unternehmerin Corinna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein in der spanischen Politik spielt. Dies verlautete am Dienstag aus Parlamentskreisen.

Die 48-Jährige hatte in Zeitungsinterviews behauptet, aufgrund ihrer internationalen Kontakte vertrauliche Missionen für die spanische Regierung wahrgenommen zu haben. Sayn-Wittgenstein bezeichnet sich selbst als eine Freundin von König Juan Carlos und war dessen mutmaßliche Geliebte.

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Affären in Spanien: Elite unter Verdacht
Die jetzige konservative Regierung wie auch Vertreter der vorigen sozialistischen Regierung erklärten, von solchen Aufträgen sei nichts bekannt. "Solche Angelegenheiten sollten keine Staatsgeheimnisse sein", sagte der Fraktionssprecher der Vereinten Linken (IU), José Luis Centella. Wenn niemand von der Regierung mit der Deutschen zu tun gehabt habe, sollte Madrid juristisch gegen die Unternehmerin vorgehen.

Sayn-Wittgenstein hatte zuletzt Spekulationen zurückgewiesen, in die Finanzaffäre um den Schwiegersohn des spanischen Königs verwickelt gewesen zu sein. "Ich habe damit absolut nichts zu tun", hatte sie der spanischen Boulevardzeitschrift "¡Hola!" gesagt. Ihr Name war in E-Mails aufgetaucht, die einer der Verdächtigen dem zuständigen Ermittlungsrichter übergeben hatte.

In der Affäre stehen der Ehemann der Königstochter Cristina, Iñaki Urdangarin, und andere Beschuldigte im Verdacht, mehr als sechs Millionen Euro Steuergelder unterschlagen zu haben. "Der König hatte mich gebeten, eine geeignete Arbeit für seinen Schwiegersohn zu finden", sagte die Prinzessin dem Blatt. Dem früheren Handballstar sei eine Stelle bei der Laureus-Stiftung angeboten worden, die Urdangarin aber abgelehnt habe.

hen/dpa

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majik 05.03.2013
1. Kleiner Hinweis
Es scheint mir nicht ganz bedeutungslos zu sein, dass die Dame, um die es hier geht, ihren Namen einer kurzlebigen Ehe verdankt. Sie war damals Mitte dreißig und in London bereits stadtbekannt. Ihr sehr vorübergehender Ehemann, ein deutscher Prinz, war gerade mal zwanzig. Warum wird das eigentlich nirgends berichtet?
de-fakto 05.03.2013
2. Das war früher anders
Zitat von majikEs scheint mir nicht ganz bedeutungslos zu sein, dass die Dame, um die es hier geht, ihren Namen einer kurzlebigen Ehe verdankt. Sie war damals Mitte dreißig und in London bereits stadtbekannt. Ihr sehr vorübergehender Ehemann, ein deutscher Prinz, war gerade mal zwanzig. Warum wird das eigentlich nirgends berichtet?
Tja, die Aristokratie hat sich auch geändert.Früher war blaues Blut von Nöten, heute reicht Vermögen. Im Mittelalter hat sich der Adel quasi gern mal selbst dezimiert, und durch Macht,Ränke- und Intrigenspielchen gerne mal den Kopf abhacken lassen. Das ist ja nun leider vorbei.
distel61 05.03.2013
3.
Zitat von de-faktoTja, die Aristokratie hat sich auch geändert.Früher war blaues Blut von Nöten, heute reicht Vermögen. Im Mittelalter hat sich der Adel quasi gern mal selbst dezimiert, und durch Macht,Ränke- und Intrigenspielchen gerne mal den Kopf abhacken lassen. Das ist ja nun leider vorbei.
Die Frau hat aber nur sehr begrenzt etwas mit Aristokratie zu tun. Vom Effekt her ähnlich wie die adoptierten Adligen, nur raffinierter ausgeführt.
Ursprung 05.03.2013
4. Andere Liga
Zitat von sysopDPAWelche Rolle spielt Corinna Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein in der spanischen Politik? Sie habe vertrauliche Missionen für Madrid wahrgenommen, hatte die 48-jährige deutsche Unternehmerin gesagt. Das Parlament fordert jetzt Aufklärung über die Frau, die sich als eine Freundin des Königs bezeichnet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/spaniens-parlament-will-aufklaerung-ueber-rolle-von-sayn-wittgenstein-a-887092.html
Angeblich Geliebte von Carlos? Moechte die vielleicht so gemunkelt haben. Zwischen Carlos (mit Sophie) und dieser hier so genannten deutschen Dame liegen jedenfalls Welten. Carlos ist intelligent und tuechtig (trotz Jaegerfimmel). Sophie ist eine auesserst charmante und loyale Persoenlichkeit. Eine "Corinna" kann in dieser Liga eher nicht mitspielen.
buntesmeinung 05.03.2013
5. Kaum zu
glauben, dass man dieser Dame eine vertrauliche Mission anvertraut.
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