Proteste der "Empörten" Spanische Polizei zerrt Demonstranten von der Straße

Eigentlich wollten sie Tag und Nacht demonstrieren: In mehrere spanischen Städten machten Anhänger der "Empörten" ihrem Unmut über die Sparpolitik des Landes Luft. Doch die Polizei räumte die Straßen rigide.

AFP

Madrid - Die Staatsgewalt kennt kein Pardon: Die spanische Polizei ist in mehreren Städten gegen "Indignados", die "Empörten", vorgegangen. Zehntausende Menschen waren im ganzen Land am Samstag auf die Straßen gegangen, Hunderte Anhänger der Protestbewegung wollten einem Verbot trotzen und über Nacht bleiben. Doch in den frühen Morgenstunden löste die Polizei die Kundgebungen auf.

In Madrid vertrieben die Beamten mehrere Hundert Demonstranten vom Platz Puerta del Sol im Zentrum der Hauptstadt. 18 Menschen wurden laut Polizei festgenommen. Die Sicherheitskräfte wollten mit der Aktion verhindern, dass sich das Szenario des vergangenen Jahres wiederholte: Damals hatten Demonstranten auf dem Platz eine Zeltstadt errichtet, die "Empörten"-Bewegung nahm ihren Anfang.

Der Einsatz der Beamten in Madrid war einem Fotografen der Nachrichtenagentur AFP zufolge bereits nach wenigen Minuten beendet. Auch in Valencia, Cádiz und Palma de Mallorca löste die Polizei nächtliche Kundgebungen auf. Die Genehmigungen für die Proteste waren am späten Samstagabend abgelaufen.

Allein in Madrid hatten sich nach Polizeiangaben rund 30.000 Menschen an den Protesten gegen die Politik des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy beteiligt. Er will mit rigorosen Maßnahmen im laufenden Jahr mehr als 27,3 Milliarden Euro einsparen. Spanien wurde von der Finanzkrise hart getroffen. Das Land leidet schwer unter den Nachwehen einer vor vier Jahren geplatzten Immobilienblase, die Arbeitslosigkeit liegt derzeit bei über 24 Prozent.

Die "Empörten" haben bis zum 15. Mai, dem Jahrestag ihrer Gründung, landesweit zahlreiche Protestaktionen geplant. Auf der Puerta del Sol hatten die Demonstranten eigentlich vier Tage lang eine permanente Versammlung abhalten wollen. Die Behörden haben dies jedoch verboten und fordern, dass die Demonstration jeden Abend endet.

Auch in anderen Ländern hatten sich am Samstag Zehntausende Menschen zu Kundgebungen versammelt, unter anderem in Portugal und Großbritannien. In Berlin hatte es einen Sternmarsch gegeben.

siu/dpa/AFP



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insgesamt 110 Beiträge
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jandokar 13.05.2012
1. Hm
Irgendwelche Unterschiede zu Russland: Proteste überschatten Putins Amtseid - manager magazin - Politik (http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/0,2828,831744,00.html), abgesehen vom Ort?
attilav 13.05.2012
2. EuroDemokratie
Zitat von sysopAFPEigentlich wollten sie Tag und Nacht demonstrieren: In mehrere spanischen Städten machten Anhänger der "Empörten" ihrem Unmut über die Sparpolitik des Landes Luft. Doch die Polizei räumte die Straßen rigide. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,832888,00.html
Eurokapitalismus und Volkswille passen nicht zueinander.
gldek 13.05.2012
3. Die Demkratie wird's richten
Lange wird sich das Volk nicht mehr massregeln lassen. Die Euro-Krise ist eigentlich eine Krise der Wirtschaft in Europa. Hätten alle Länder genügend produktive Arbeitsplätze, wären die Schulden kein Problem. China hat sämtliche einfache Produktion an sich gezogen. Und Deutschland blockiert Schutzmaßnahmen dagegen weil es Angst um den Auto- und Maschinenbauexport hat. Chinas Kalkül geht voll auf und Europa wird verarmen.
pierrotlalune 13.05.2012
4. staatsdiktaturen, Willkür wächst
die Staaten gehen immer mehr gegen ihre eigene Bürger vor, um die misswirtschaft und Begünstigungen von bestimmten Klientelen durchzusetzen. Im Lissabon Vertrag war auch ein Schiessbefehl gegen Demonstranten vorgesehen. Europa nimmt den Bürger als Geisel
MashMashMusic 13.05.2012
5.
Zitat von pierrotlalunedie Staaten gehen immer mehr gegen ihre eigene Bürger vor, um die misswirtschaft und Begünstigungen von bestimmten Klientelen durchzusetzen. Im Lissabon Vertrag war auch ein Schiessbefehl gegen Demonstranten vorgesehen. Europa nimmt den Bürger als Geisel
Da haben Sie bestimmt eine gute Quelle zu, oder?
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