Empörung über Orbán-Einladung SPD-Vize vergleicht Seehofer mit Donald Trump

CSU-Chef Seehofer will mit dem ungarischen Ministerpräsidenten und Hardliner Orbán über die Flüchtlingspolitik sprechen. SPD-Vize Ralf Stegner reagiert empört - und warnt den Bayern, er dürfe nicht zum deutschen Donald Trump werden.

Horst Seehofer: Will mit Orbán zusammen eine Lösung finden
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Horst Seehofer: Will mit Orbán zusammen eine Lösung finden


Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer setzt in der Flüchtlingsfrage gerne auf Populismus. Er wird dafür scharf von der SPD kritisiert. "Horst Seehofer muss aufpassen, dass er nicht zu einem deutschen Donald Trump wird", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner der "Bild am Sonntag".

Seehofer hatte den umstrittenen ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zur nächsten Klausurtagung seiner Landtagsfraktion eingeladen. Der Grund: Er wolle mit ihm zusammen eine Lösung für die Flüchtlingsfrage suchen.

Zuvor hatte der CSU-Chef Kanzlerin Angela Merkel dafür kritisiert, Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland einreisen zu lassen. "Das war ein Fehler, der uns noch lange beschäftigen wird", sagte er dem SPIEGEL. "Ich sehe keine Möglichkeit, den Stöpsel wieder auf die Flasche zu kriegen." (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

"Wer sich mit Orbán verbrüdert, trägt nicht zu einer europäischen Lösung der Flüchtlingsfrage bei", warf Stegner dem CSU-Mann nun vor. Kritik kam auch von SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi: "Horst Seehofer fällt mit der Einladung an Viktor Orbán der Kanzlerin ganz offensichtlich in den Rücken", sagte sie. "Wir brauchen jetzt eine klare Haltung in der Koalition, um das Flüchtlingsproblem zu lösen. Die CSU ist im Augenblick weniger Teil der Lösung als Teil des Problems."

Stegner warnte außerdem vor einer Überforderung, wenn die Zahl der ankommenden Flüchtlinge anhalte: "Deutschland kann die Herausforderung alleine nicht schaffen."

kry



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 243 Beiträge
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nonanet 13.09.2015
1. Ausgerechnet Stegner!
War der schon einmal da unten an den Grenzen? Hat er erlebt, was Ungarn zu leisten hat ( im Verhältnis zu D, das im Übrigen bald in derselben >Lage sein wird?). Alle Politiker reden von Weitem, ruinieren den Staat und gehen irgendwann toll in Pension.
bruno47 13.09.2015
2. Wurde Orban etwa auch von Donald Trump eingeladen?
Die SPD hat wohl ein wenig den Überblick verloren und redet wirr. Mir scheint hier bekommen einige Bundespolitiker kalte Füße, ob der blamablen Aussicht, jemand anders könnte erfolgreich ihren Job erledigen und die Neuerfindung Deutschlands als Chaosstaat verhindern.
Desi 13.09.2015
3. Recht hat er.
Ich bin kein Fan der CSU aber man kann Orban nicht nur immer beschimpfen. Er wurde durch die Entscheide der Merkel in eine schwierige Situation gebracht und versucht Lösungen zu finden - manche mag ich auch nicht. Eigentlich müsste doch Steinmeier oder Merkel mit ihm reden und Lösungen finden. Übrigens ist Ungarn laut Zahlen der UNO an dritter Stelle, hinter Schweden und Malta, was die Aufnahme an Flüchtlingen zur Bevölkerungsdichte betrifft. Deutschland ist erst an 6. Stelle. Ausserdem ist Orban bereit den Flüchlingslagern in den syrischen Nachbarländer 3.5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen.
praetor300 13.09.2015
4. Ja, die SPD,
populistisch wie eh und je in den letzten 10 Jahren. Auch nicht mehr wählbar. Der Vizekanzler darf sich mit Ponta verbrüdern, Seehofer aber nicht mit Orban sprechen....
jubelyon 13.09.2015
5. Trump(f)-Karte Seehofer
In der Politik gibt es vernuftgesteuerte Realisten und gefühlsduselige Illusionisten. Seehofer gehört zur ersteren Sorte, Stegner zur letzteren. Bekanntermassen zerplatzen die meisten Illusionen mit der Zeit...
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