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SPIEGEL-Exklusiv: Clinton sieht die USA noch fünf Jahre im Irak

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton geht davon aus, dass es noch ein halbes Jahrzehnt dauern wird, bis "ein friedlicher, sicherer und pluralistischer Irak" entstehen wird. Die Folterbilder aus dem Gefängnis Abu Ghureib nennt er "herzzerreißend".

 Ex-Präsident Clinton: "Ich glaube nicht, dass wir aus dem Gröbsten heraus sind"
AP

Ex-Präsident Clinton: "Ich glaube nicht, dass wir aus dem Gröbsten heraus sind"

In einem SPIEGEL-Gespräch über das Erscheinen seiner Memoiren sagte Clinton mit Blick auf den Machttransfer am 1. Juli an die Bagdader Übergangsregierung: "Ich glaube nicht, dass wir aus dem Gröbsten heraus sind." Clinton sagte weiter, die Rückgabe der Souverenität an die Iraker sei vielleicht ein Zeichen dafür, dass "unsere Regierung wirklich gelernt" habe, "dass es so besser ist".

Auf die Probleme im Irak und Spannungen im Verhältnis Amerika-Europa eingehend, meinte der Ex-Präsident, er hoffe, "dass der ganze Prozess zurück zu einer Außenpolitik geführt hat, der wir folgen sollten - zu kooperieren, wo immer wir können, und nur dann allein zu handeln, wenn wir müssen".

Die Folterbilder aus dem Irak nannte Clinton "herzzerreißend". Die arabische Welt und die Weltgemeinschaft, so Clinton zum SPIEGEL, dürften "nicht den Eindruck gewinnen, wir verhängten strenge Urteile über einfache Soldaten und schonten jene, die Anweisungen gegeben oder Übergriffe wissentlich geduldet haben. So machen es nämlich autoritäre Staaten, und so etwas kennt man in der arabischen Welt aus Erfahrung."

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