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Mutmaßliche US-Spione: Republikaner plädiert für No-Spy-Abkommen mit Deutschland

US-Abgeordneter Jim Sensenbrenner: "Deutschland ganz oben auf der Liste" Zur Großansicht
AP

US-Abgeordneter Jim Sensenbrenner: "Deutschland ganz oben auf der Liste"

NSA-Überwachung und Spionage-Affäre erzürnen einen wichtigen US-Abgeordneten: Der Republikaner Jim Sensenbrenner fordert im SPIEGEL ein No-Spy-Abkommen mit der Bundesrepublik.

Hamburg - Erstmals hat ein wichtiger Abgeordneter des amerikanischen Kongresses ein No-Spy-Abkommen zwischen den USA und Deutschland gefordert. Historisch hätten die USA bislang nur im Rahmen des "Five Eyes"-Klubs mit Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland ein entsprechendes Abkommen, sagte der republikanische Kongress-Abgeordnete Jim Sensenbrenner dem SPIEGEL. "Ich denke, das muss erweitert werden, und Deutschland wäre ganz oben auf meiner Liste."

Der Schaden, den die Geheimdienste angerichtet hätten, sei unermesslich, sagte Sensenbrenner. "Jetzt muss etwas getan werden, um das zu reparieren." Sensenbrenner kritisierte auch den Umgang der amerikanischen Regierung mit der jüngsten CIA-Spionageaffäre. "Wenn die Obama- Administration damit hätte umgehen wollen, hätte es dafür Wege gegeben, etwa einen Anruf des Präsidenten bei der Kanzlerin."

Angesichts der NSA-Überwachung und mutmaßlichen US-Spionen beim BND und im Verteidigungsministerium gibt es zwischen den USA und Deutschland diplomatische Verstimmungen. So forderte die Bundesregierung den Repräsentanten der amerikanischen Geheimdienste in Berlin auf, das Land zu verlassen. Die US-Regierung zeigte sich enttäuscht. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus warf der Bundesregierung eine überzogene Reaktion vor.

Bisher gibt es von Seiten der US-Regierung keinerlei Entgegenkommen bezüglich eines No-Spy-Abkommens. Ex-Außenministerin Hillary Clinton entschuldigte sich im SPIEGEL zwar für das Abhören von Kanzlerin Merkels Handy; ein No-Spy-Abkommen mit Deutschland schloss sie aber aus.

Sensenbrenner ebnete der Datensammelwut einst den Weg

Doch an Jim Sensenbrenner zeigt sich, dass vor allem die NSA-Ausspähungen bei manchen US-Politikern zum Umdenken führen. Sensenbrenner war nach den 9/11-Anschlägen einer der Schöpfer des "USA Patriot Act" - also jenes Gesetzespakets, auf das sich die NSA unter anderem bei der Sammlung von Metadaten beruft. Nun versucht der Republikaner zusammen mit dem demokratischen Senator Patrick Leahy, die NSA-Sammelwut mit dem "USA Freedom Act" wieder einzufangen. Gemeinsam mit einer überparteilichen Gruppe haben die beiden Politiker einen Gesetzentwurf eingebracht, der das ziellose Masseneinsammeln von Daten verbieten soll.

Sensenbrenner, der sich stets für die Überwachung zur Terrorabwehr ausgesprochen hat, geht die massenhafte Ausspähung mittlerweile zu weit. "Das ist ein Missbrauch des Patriot Act" sagte er. Die US-Behörden hätten das Gesetz falsch ausgelegt.

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insgesamt 61 Beiträge
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1. warum nicht
olddreamer 12.07.2014
schon längst?
2. Sensenbrenner
Login 12.07.2014
Zitat von sysopAPNSA-Überwachung und Spionage-Affäre erzürnen einen wichtigen US-Abgeordneten: Der Republikaner Jim Sensenbrenner fordert im SPIEGEL ein No-Spy-Abkommen mit der Bundesrepublik. http://www.spiegel.de/politik/ausland/spionage-affaere-us-politiker-fordert-no-spy-abkommen-mit-deutschland-a-980683.html
Wer Sensenbrenner heißt kann nicht anders. Seine Kollegen werden sich auf die Schenkel kloppen. Warum der SPON solch einen Mumpitz verbreitet ist, Verzeihung, befremdlich.
3. falsch ausgelegt ?
002614 12.07.2014
Daß der Patriot Act falsch ausgelegt wurde, sollte er dann auch spezifizieren. - Ansonsten ist doch nur politische Vorteilnahme zu vermuten.
4. Ich kann nicht glauben, dass die Regierung der USA....
joG 12.07.2014
....so Pflicht vergessen und unverantwortlich wäre mit einem Land wie Deutschland ein No-Spy-Abkommen zu schließen. Jim Sensenbrenner wird wohl andere Gründe haben für seinen Vorschlag.
5.
wincel 12.07.2014
Ich würde den Ball mal etwas flach halten, Sensenbrenner ist "nur" einer der ueber 400 Mitglieder des House of Representative, nicht mal ein Senator (100 Stück). Solange das nicht im Congress weite Unterstützung findet, ist die Äusserung eines Reps, selbst wenn er im Komitee für Innere Sicherheit sitzt, noch nicht furchtbar aufregend. Sensenbrenner ist auch ein Klima-Skeptiker und führt trotzdem des Komitee für Wissenschaft im Congress. Und selbst das verhindert nicht (gottseidank), dass Obama allmählich Klimaschutz stärker durchdrückt.
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