Gaddafi-Sohn Saif al-Islam erscheint vor Gericht

Ihm werden vom Internationalen Strafgerichtshof Kriegsverbrechen vorgeworfen - doch derzeit steht Saif al-Islam wegen eines Treffens mit einer Anwältin in Libyen vor Gericht: Die Kammer wirft dem Gaddafi-Sohn vor, er habe Informationen weitergegeben und so die nationale Sicherheit gefährdet.

Gaddafi-Sohn Saif al-Islam (im November 2011): In Libyen vor Gericht
REUTERS

Gaddafi-Sohn Saif al-Islam (im November 2011): In Libyen vor Gericht


Tripolis/Sintan - Sein Auftritt vor Gericht dauerte nur kurz, er sprach mit Reportern, lächelte in die Kamera. Es gehe ihm gut, sagte Saif al-Islam. Dann wurde der Prozess auf Antrag der Verteidigung vertagt.

Dem Sohn des früheren libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi werden vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) Kriegsverbrechen vorgeworfen. Die Anhörung in Sintan hatte allerdings nichts mit den Anschuldigungen des Gerichts in Den Haag zu tun. Vielmehr wird Saif al-Islam derzeit vorgehalten, er habe einer IStGH-Anwältin im vergangenen Jahr Informationen zugespielt. Damit habe er die nationale Sicherheit gefährdet.

Darüber hinaus bereitet das Gericht in Sintan auch eine Anklage wegen Kriegsverbrechen vor, wie die libysche Staatsanwaltschaft mitteilte. In beiden Prozessen in seinem Heimatland droht dem Gaddafi-Sohn die Todesstrafe.

Der IStGH hatte im April 2012 die Auslieferung Saif al-Islams gefordert, um die Verhandlung in den Niederlanden durchzuführen. Mitarbeiter des Gerichts hatten Befürchtungen geäußert, dass Saif al-Islam in seiner Heimat kein fairer Prozess gemacht werde. Auch die australische IStGH-Anwältin Melinda Taylor war nach dem Zusammentreffen für drei Wochen festgehalten worden.

Nach Angaben seiner Anwälte wäre es dem Gaddafi-Sohn selbst lieber gewesen, in Den Haag vor Gericht zu stehen. Die libysche Übergangsregierung hatte das Gesuch des IStGH schon im vergangenen Jahr abgelehnt. Die Stadt gilt als Stammsitz einer starken Miliz, die die Revolution in Libyen mit vorantrieb. Seit seiner Gefangennahme wird der Gaddafi-Sohn dort gefangen gehalten.

usp/Reuters/dpa

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London_Riot 02.05.2013
1.
Zitat von sysopREUTERSIhm werden vom Internationalen Strafgerichtshof Kriegsverbrechen vorgeworfen - doch derzeit steht Saif al-Islam wegen eines Treffens mit einer Anwältin in Libyen vor Gericht: Die Kammer wirft dem Gaddafi-Sohn vor, er habe Informationen weitergegeben und so die nationale Sicherheit gefährdet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/spionage-vorwuerfe-gegen-anwaelte-saif-al-islam-in-libyen-vor-gericht-a-897820.html
So sieht es heute in Libyen aus,völlige Anarchie. Sintan-Stamm will ihren "Schatz" Saif als Islam nicht einfach so an Tripolis ausliefern, er ist Garant für ihre Sicherheit,die Brigade aus Misurata die Gaddafi gelyncht haben und jetzt in Tripolis in dem Palast sitzen, haben keine Kontrolle über das Land. Libyen ist ein Stammesvolk und alle Probleme wurden seit 40 Jahren zwischen den Stämmen und den Ältesten gelöst. Mit der sogenannten Demokratie können sie nichts anfangen,weil sie keine zentrale Regierung kennen,Gaddafi hat an 6 Millionen Libyer pro Jahr 16 Milliarden Euro überwiesen und die Stämme haben ganzes Geld selbst verwaltet. All das ist jetzt weg,die Brigade aus Misurata sagt,dass sie keine Milliarden zahlen können/wollen,dann fragt man sich warum angeblich ganz Libyen gegen Gaddafi gekämpft hat oder ist es eher umgekehrt und einfache Kriminelle und Islamisten aus der Region für den Kampf angeworben wurden. Heute kommt alles hovh,die Libyer haben verstanden was sie verloren haben und vertreiben die Islamisten aus ihrem Land,sie sind nicht mehr bereit Befehle aus Misurata zu befolgen.
westin 02.05.2013
2. Rache
Saif warnte im November 2011 vor radikalen Islamisten. Glaube nicht,dass er ein Verräter ist. Dieser Radikalen wollen nur Rache. http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/libya/8906620/Libya-Saif-Gaddafi-warns-captors-about-Islamist-leaders-in-new-video.html
metafa 02.05.2013
3.
Zitat von London_RiotSo sieht es heute in Libyen aus,völlige Anarchie. Sintan-Stamm will ihren "Schatz" Saif als Islam nicht einfach so an Tripolis ausliefern, er ist Garant für ihre Sicherheit,die Brigade aus Misurata die Gaddafi gelyncht haben und jetzt in Tripolis in dem Palast sitzen, haben keine Kontrolle über das Land. Libyen ist ein Stammesvolk und alle Probleme wurden seit 40 Jahren zwischen den Stämmen und den Ältesten gelöst. Mit der sogenannten Demokratie können sie nichts anfangen,weil sie keine zentrale Regierung kennen,Gaddafi hat an 6 Millionen Libyer pro Jahr 16 Milliarden Euro überwiesen und die Stämme haben ganzes Geld selbst verwaltet. All das ist jetzt weg,die Brigade aus Misurata sagt,dass sie keine Milliarden zahlen können/wollen,dann fragt man sich warum angeblich ganz Libyen gegen Gaddafi gekämpft hat oder ist es eher umgekehrt und einfache Kriminelle und Islamisten aus der Region für den Kampf angeworben wurden. Heute kommt alles hovh,die Libyer haben verstanden was sie verloren haben und vertreiben die Islamisten aus ihrem Land,sie sind nicht mehr bereit Befehle aus Misurata zu befolgen.
.... und wenn sie nicht gestorben sind, dann langweilen sie noch heute..
carahyba 03.05.2013
4.
Zitat von metafa.... und wenn sie nicht gestorben sind, dann langweilen sie noch heute..
In Misurata war vor der Gaddafi-Aera Piraterie und Menschenhandel ein eintraegliches Geschaeft. Daran knuepfen die Milizen wieder nahtlos an. In Ihren Gefaengnissen sitzen noch Dutzende Gefangene, die unter haltlosen Vorwuerfen fetsgehalten werden und den Verwandten die Freilassung gegen hohes Loesegeld angeboten wird. Gaddafi hatte diese Praktik bekaempft, dies wird heute natuerlich verschwiegen. Diese Milizen versuchen nun auch Bauern im Landstrich westlich von Zliten, dem Garten Libyens, von ihrem Land zu vertreiben, um dort das alte Feudalsystem wieder herzustellen. Die "Zentralregierung", die diesen Namen nicht verdient, sieht tatenlos zu.
oceanspill 03.05.2013
5. wer hoch fliegt.....
man sollte niemanden mit dem tode bestrafen, ganz egal was er angestellt hat. diese sogenannte neue regierung in libyen ist doch nur eine neue diktatur. das wort entwicklungsland bezieht sich auch und vor allem auf den sozialen entwicklungsstand eines landes. gaddafis sohn gehoert vor ein ordentliches gericht im westen europas!
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