Jerusalem - Die israelische Regierung hatte schon vor Tagen entsprechende Vermutungen geäußert, nun ist es offiziell: Die schiitische Hisbollah-Miliz hat sich am Donnerstag zu dem jüngsten Drohneneinsatz über Israel bekannt.
Dabei sei das Fluggerät auch über "sensiblen Einrichtungen" unterwegs gewesen und unweit einer Atomanlage zu Boden gegangen. Das teilte Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah mit. In einer TV-Ansprache erklärte er außerdem, dass es sich bei der Drohne um ein iranisches Fabrikat gehandelt hat.
Zuvor hatte bereits der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Gruppe aus dem Libanon für die Verletzung des Luftraums verantwortlich gemacht. Die Streitkräfte seien allerdings erfolgreich beim Schutz des Hoheitsgebiets, "wie bei der Vereitlung der Hisbollah-Aktion am vergangenen Wochenende", sagte der Regierungschef am Donnerstag bei einem Besuch im Süden des Landes.
Am vergangenen Samstag hatten israelische Kampfflugzeuge die Drohne abgeschossen, die vom Mittelmeer kommend mehr als 50 Kilometer in den Luftraum des Landes eingedrungen war. Das unbemannte Fluggerät sei nicht mit Sprengsätzen bestückt, sondern offenbar auf einer Aufklärungsmission gewesen, teilte das Militär mit.
Soldaten waren dem Militär zufolge im Norden der Negev-Wüste mit der Suche nach den Wrackteilen beschäftigt. Die Wüste Negev liegt in der Nähe des Gaza-Streifens, Ägyptens, Jordaniens und des Westjordanlands. Im Norden der Negev-Wüste befindet sich auch das israelische Atomzentrum Dimona. Die Anlage dient ausländischen Vermutungen zufolge seit Jahrzehnten der Produktion von Atombomben. Israel hat den Besitz solcher Waffen weder zugegeben noch dementiert.
Die Drohne sei zuerst über dem Gaza-Streifen gesichtet worden, sagte ein Militärsprecher. Kampfjets begleiteten das Fluggerät als es dann in den israelischen Luftraum eingedrungen sei. Über einem Waldgebiet in einer unbewohnten Region sei die Drohne dann schließlich abgeschossen worden.
jok/dpa/dapd
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