Sri Lanka Armee erklärt Kämpfe mit Rebellen für beendet

Ende eines blutigen Aufstands: Der Armeechef Sri Lankas hat nach mehr als 25 Jahren Kampf eine "totale Niederlage" der Tamilen-Rebellen verkündet. Der Anführer der Befreiungstiger ist demnach ums Leben gekommen.


Colombo - In Sri Lanka hat das Militär die Kampfhandlungen gegen die tamilischen Rebellen für beendet erklärt. Im Kampfgebiet im Norden des Landes seien die letzten Rebellen geschlagen und das gesamte Territorium von den Regierungstruppen eingenommen worden, erklärte Armeechef Sarath Fonseka am Montag. Die Aufständischen hätten eine totale Niederlage erlitten, sagte der General im Fernsehen. "Heute haben wir den Auftrag erfüllt, den uns der Präsident gegeben hatte, nämlich das Land von der LTTE zu befreien."

Junge in LTTE-Uniform: "Schmerzliches Ende der Kämpfe"
REUTERS

Junge in LTTE-Uniform: "Schmerzliches Ende der Kämpfe"

Laut Militär wurde bei den jüngsten Kämpfen auch der Führer der tamilischen Rebellen getötet. Aus Regierungskreisen wurde der Tod von Velupillai Prabhakaran bestätigt. Er habe versucht, in einem Krankenwagen zu fliehen, sagte ein hochrangiger Vertreter des Verteidigungsministeriums in Colombo. Prabhakaran und zwei ranghohe Kommandeure der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) seien bei einem Raketenangriff auf einen gepanzerten Kleinbus ums Leben gekommen. Seine Leiche sei geborgen und identifiziert worden. Zuvor hatten die sri-lankischen Truppen schon den Tod von mehreren weiteren ranghohen Kommandeuren der tamilischen Rebellen bekanntgegeben. Prabhakaran hatte die LTTE 1976 mitbegründet und seitdem mit brutaler Härte angeführt.

Am Vortag hatten die Befreiungstiger auf einer Internet-Seite mitgeteilt, der Kampf sei zu einem schmerzlichen Ende gekommen. "Um dem Feind keine Ausrede mehr zum Töten unserer Leute zu geben, haben wir uns entschlossen, unsere Waffen schweigen zu lassen", wurde der für die internationalen Beziehungen zuständige Separatistenführer Selvarajah Pathmanathan zitiert. Präsident Mahinda Rajapakse hatte bereits am Samstag den Sieg über die Rebellen verkündet.

Die LTTE kämpfte für einen eigenen Staat der Tamilen in dem mehrheitlich von Sri-Lanker bewohnten Land. Bei früheren Niederlagen antworteten die Rebellen mit Selbstmordanschlägen in der Hauptstadt Colombo. Die LTTE wird deshalb unter anderem von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Die jüngste Eskalation der Kämpfe hat rund 250.000 Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Seit 1983 sind dem Bürgerkrieg mindestens 70.000 Menschen zum Opfer gefallen.

ler/Reuters/AFP



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