Sri Lanka: Bombe zerfetzt Bus - viele Tote

Der Waffenstillstand zwischen Regierung und tamilischen Rebellen bestand ohnehin nur noch auf dem Papier, in wenigen Stunden sollte er auch offiziell enden: Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus sind in Sri Lanka zahlreiche Menschen getötet worden - unter ihnen viele Schulkinder.

Colombo - Der Bus war voll besetzt, etliche Kinder waren laut Verteidigungsministerium mit ihm auf dem Weg zur Schule - dann explodierte die Bombe: Bei dem Anschlag starben im Südosten Sri Lankas mindestens 22 Menschen.

Die Regierung machte die Tamilen-Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) für das Attentat verantwortlich. Nach Polizeiangaben wurden 40 Menschen bei der Detonation des Sprengsatzes in Buttola 200 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Colombo verletzt, etwa die Hälfte davon schwer.

Um Mitternacht Ortszeit (19.30 Uhr MEZ) endet ein Waffenstillstand zwischen der Regierung und der LTTE. Dieser bestand aber ohnehin nur noch auf dem Papier. Die Regierung hatte das von Norwegen vermittelte Abkommen vor zwei Wochen aufgekündigt.

Die Armee will die LTTE in diesem Jahr vernichtend schlagen und den 25-jährigen Bürgerkrieg auf der südasiatischen Insel gewaltsam beenden. Die Rebellen kontrollieren nach schweren militärischen Rückschlägen seit dem Sommer 2006 weiterhin große Teile des Nordens Sri Lankas. Mit dem Ende des Waffenstillstands nach knapp sechs Jahren zieht auch die nordische Mission der Überwacher des Abkommens (SLMM) ab.

Buttola, wo es zu dem Anschlag kam, liegt nördlich des Yala-Nationalparks, der auch von Touristen besucht wird. Die LTTE kämpft für einen unabhängigen Staat für die tamilische Minderheit Sri Lankas. Der seit 1983 andauernde Bürgerkrieg hat bislang mehr als 75.000 Menschen das Leben gekostet.

phw/dpa/Reuters/AP

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