Von Sebastian Fischer, Katharina Peters und Philipp Wittrock
Barack Obama steht erst zweieinhalb Jahre an der Staatsspitze. Aber die Monate im Weißen Haus haben ihn gezeichnet. Grau wird das Haar, müde wirken die Augen. Er habe "ein paar Dellen und Beulen abbekommen", vermerkte er vor wenigen Tagen bei der Party zu seinem 50. Geburtstag. Das ist noch eine reichlich positive Umschreibung.
Denn der US-Präsident wird in der Schuldenkrise seines Landes schier aufgerieben, die Rating-Agentur Standard & Poor's hat Amerika gerade die Bestnote entzogen. Das sei allerdings nicht das Problem, bemerkt Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman: "Was Amerika unseriös aussehen lässt, das sind nicht Budgetzahlen sondern es ist die Politik." Die Tea-Party-Bewegung innerhalb der Republikaner - "die extremistische Rechte" (Krugman) - blockiert Präsident und Land.
Obama, der als Versöhner antrat, ist durch die Realität und Blockadepolitik seiner Gegner längst entzaubert worden. "Change" hatte er versprochen, einen grundlegenden Wandel. Jetzt reicht es nicht einmal dafür, die Steuerschlupflöcher der Reichsten zu stopfen. "Der mächtigste Mann der Welt wirkt seltsam machtlos und unentschlossen - gerade da gewaltige Kräfte das Land und seine Präsidentschaft herunterreißen", schreibt der einflussreiche Washingtoner Kolumnist Dana Milbank.
Nur noch rund 40 Prozent der Amerikaner sind mit seiner Amtsführung zufrieden. Die horrenden Ausgaben des Staats rauben Obama die Spielräume:
Und im kommenden Jahr schon sind Präsidentschaftswahlen. Barack Obama geht dennoch nicht ohne Aussichten in dieses Rennen. Ganz im Gegenteil. Denn seine Gegner sind gespalten wie das ganze Land, gemäßigte Republikaner ringen mit den Radikalen in den eigenen Reihen. Bisher zeichnet sich kein republikanischer Präsidentschaftsbewerber ab, der seinerseits das Land einen könnte.
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