Von Sebastian Fischer, Katharina Peters und Philipp Wittrock
Berlin/Hamburg - Die Krise ist wieder da. Sie trifft sie alle, die Mächtigsten der Welt. Vom Westen bis in den fernen Osten. Dax, Dow und Nikkei schmieren ab, fallen unter historische Marken.
Sie alle starren auf jene internationalen Finanzmärkte, die Deutschlands Ex-Bundespräsident Horst Köhler einst als "Monster" bezeichnet hat. Nur: Die Staatenlenker handeln nicht. Führung? Fehlanzeige.
Das Problem: Jeder ist auf seine ganz eigene Art gefesselt. Sie alle sind gefangen in ihren jeweiligen innenpolitischen Problemen, Wünschen, Plänen. Es ist diese Verkettung unglücklicher Umstände, die die Gefahr durch das Monster Tag um Tag wachsen lässt. Wie lange kann das noch gutgehen?
Merkel steckt in der Zwickmühle zwischen den Hilferufen der europäischen Partner und den eigenen Leuten im Bundestag. Manch einer mag taumelnden Pleitekandidaten keine Milliarden mehr hinterherwerfen. Es herrscht Entsetzen über die massiven Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank. Der Unionsabgeordnete Mißfelder fordert gar einen Sonderparteitag zur Euro-Krise, sollte Europa zur Transferunion mutieren. Und Obama, der im kommenden Jahr als Präsident wiedergewählt werden will, hat sich eine zermürbende innenpolitische Schuldenschlacht mit der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung geliefert - und letztlich kapituliert.
Machtlos, ratlos, kraftlos. Die Führer der Welt wirken überfordert. SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick über die bedrängten Mächtigen.
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