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Lockerung der Sanktionen: Atomabkommen mit Iran startet Ende Januar

Delegation bei Atomverhandlungen im November: Starttermin steht jetzt fest Zur Großansicht
DPA

Delegation bei Atomverhandlungen im November: Starttermin steht jetzt fest

Jetzt ist es offiziell: Am 20. Januar tritt das Atomabkommen mit Iran in Kraft. Der Westen lockert seine Wirtschaftssanktionen, Teheran drosselt die Urananreicherung. Allerdings gilt der Pakt nur für ein halbes Jahr.

Genf - Das Genfer Abkommen über das umstrittene Atomprogramm Irans wird in wenigen Tagen in Kraft treten. "Die Umsetzung des gemeinsamen Aktionsplans beginnt am 20. Januar", sagte die Sprecherin des iranischen Außenministeriums, Marsijeh Afcham, am Sonntag der Nachrichtenagentur "Mehr". Die Verhandlungspartner hatten am Freitag die letzten Streitpunkte ausgeräumt, nachdem im November ein historischer Durchbruch erzielt worden war.

Die EU-Außenkommissarin Catherine Ashton bestätigte den Starttermin 20. Januar. Auch US-Präsident Barack Obama begrüßte am Sonntag die Einigung mit Iran, sagte aber dass noch viel Arbeit nötig sei, um zu einer langfristigen Übereinkunft zu gelangen. Falls das nicht gelinge, werde man die Sanktionen gegen Iran wieder verschärfen.

Die Vereinbarung mit der Fünf-Plus-Eins-Gruppe aus den fünf ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats sowie Deutschland sieht vor, dass Iran für sechs Monate zentrale Teile seines Atomprogramms aussetzt und verschärfte Kontrollen seiner Anlagen zulässt. Im Gegenzug gewährt der Westen Iran eine Lockerung bei gewissen Sanktionen.

Der Westen verdächtigt Teheran, insgeheim an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Iran bestreitet das und beharrt auf seinem Recht zur zivilen Nutzung der Kernenergie.

Bereits Anfang Januar hatte die iranische Nachrichtenagentur Irna gemeldet, beide Seiten hätten sich "im Grundsatz" auf den 20. Januar als Startermin des Abkommens geeinigt. Die iranische Regierung von Präsident Hassan Rohani steht innenpolitisch unter Druck. Die Sanktionen haben das Land in eine Wirtschaftskrise geführt. Ohne Aufhebung der Sanktionen bis zum persischen Neujahr Ende März wäre der Reformkurs des Präsidenten, besonders im Atomstreit, gefährdet gewesen.

ric/afp/dpa/Reuters

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Staats- und Regierungschef:
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