US-Journalist Sotloff USA bestätigen Echtheit von Enthauptungsvideo

Das Video, das die Enthauptung von Steven Sotloff zeigt, ist echt. Die US-Regierung bestätigte nun die Authentizität des Clips, den die Terrormiliz IS verbreitet hatte.


Washington - Die US-Regierung hat die Echtheit des Videos, in dem die Enthauptung des US-Journalisten Steven Sotloff zu sehen sein soll, bestätigt. Das erklärte Barack Obamas Sprecherin Caitlin Hayden am Mittwoch. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte das Video zuvor verbreitet.

Der US-Präsident äußerte sich erschüttert. Er sei angewidert von der Barbarei des IS, sagte er bei einem Besuch in Estland. Der Gerechtigkeit werde aber Genüge getan, die USA ließen sich nicht "einschüchtern". Der IS sei eine sehr ernste Bedrohung, nicht nur für den Irak, sondern für die ganze Region. Es werde jedoch Zeit brauchen, die Terroristen zurückzudrängen.

Der 31-jährige Sotloff arbeitete als freier Mitarbeiter für "Time" und "Foreign Policy". Er schrieb über die politische Entwicklung in Ägypten, Syrien, Bahrain sowie aus Libyen und aus der Türkei. Er wurde zuletzt im August 2013 in Syrien gesehen und soll aus Rache für die US-Luftangriffe im Irak vor laufender Kamera getötet worden sein, berichtete das US-Forschungsinstitut Site.

Briten schließen Luftschläge nicht aus

Die IS-Miliz droht dem Institut zufolge damit, als Nächstes eine britische Geisel umzubringen. Die habe man zu befreien versucht, erklärte nun der britische Außenminister Philip Hammond. Das sei jedoch nicht gelungen. Luftschläge gegen die Dschihadisten seien jedoch nach wie vor nicht ausgeschlossen. "Das ändert überhaupt nichts an unserer strategischen Planung", sagte Hammond. Sollte die britische Regierung Luftschläge gegen den IS für richtig erachten, würde man solche Angriffe auch erwägen. "Wir haben bislang eine solche Entscheidung aber nicht getroffen", erklärte er.

Sotloffs mutmaßliche Enthauptung hatte weltweites Entsetzen ausgelöst. Der britische Premier David Cameron sprach von einem "verachtenswerten und barbarischen Mord". Der französische Präsident François Hollande sagte, die Tat beweise den "schändlichen Charakter der Dschihadisten-Organisation, die die Freiheit infrage stellt und nur den Terror kennt".

Der Terror der IS-Milizen bringt Obama in Bedrängnis, weitere Luftschläge gegen die Dschihadisten auch in Syrien gelten als sicher. Erst vor knapp zwei Wochen hatten die Extremisten, die weite Landstriche in Syrien und im Irak beherrschen, bereits den US-Journalisten James Foley enthauptet.

mxw/AP/Reuters/AFP

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