Pornodarstellerin vs US-Präsident Richter weist Stormy Daniels Klage gegen Trump ab

Juristischer Erfolg für den US-Präsidenten: Ein Richter in Los Angeles hat eine Verleumdungsklage der Pornodarstellerin Stormy Daniels zurückgewiesen. Es ging es um einen Tweet Trumps aus dem April dieses Jahres.

Stormy Daniels in Berlin
REUTERS

Stormy Daniels in Berlin


Die Pornodarstellerin Stormy Daniels ist mit ihrer Verleumdungsklage gegen US-Präsident Donald Trump vorerst gescheitert. Ein Bundesrichter in Los Angeles wies am Montag ihre Klage zurück. Ein Tweet Trumps über Daniels sei durch die Redefreiheit gedeckt, erklärte Richter James Otero.

Bei dem Prozess ging es um einen Tweet Trumps aus dem April dieses Jahres: Darin hatte der US-Präsident Angaben der Pornodarstellerin zurückgewiesen, sie habe durch Androhung von Gewalt davon abgehalten werden sollen, über ihre mutmaßliche Affäre mit Trump zu sprechen. Eine Phantomzeichnung des Mannes, der Daniels bedroht haben soll, sei "totaler Betrug", schrieb der US-Präsident.

Daniels - die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt - warf Trump in der Klage vor, sie der Lüge und der Falschbeschuldigung bezichtigt zu haben. Der Tweet sei daher "falsch und verleumderisch".

Richter Otero sah in dem Tweet dagegen eine "rhetorische Überspitzung", wie sie im politischen und öffentlichen Diskurs in den USA üblich sei. Sie sei durch die in der Verfassung verankerte Meinungsfreiheit gedeckt. Otero wies Clifford zudem an, Trumps Anwaltskosten zu übernehmen. Der Anwalt der Pornodarstellerin, Michael Avenatti, kündigte an, Berufung einzulegen.

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KAMIL ZIHNIOGLU/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Clifford gibt an, im Jahr 2006 eine Affäre mit Trump gehabt zu haben. Er bestreitet das.

In ihrer Klage gab sie laut Gerichtsprotokoll an, sie habe im Mai 2011 zugesagt, mit dem "In Touch"-Magazin über Trump zu sprechen. Sie und ihre Tochter seien daraufhin von einem Mann bedroht worden, der ihr gesagt habe: "Lass Trump in Ruhe. Vergiss die Story." Nach der Wahl Trumps habe sie ein Phantombild des Mannes anfertigen lassen und dieses Bild am 17. April dieses Jahres veröffentlicht.

Trump schrieb am Tag darauf auf Twitter: "Ein Sketch Jahre später von einem nichtexistenten Mann. Ein totaler Betrug."

aar/dpa/AFP



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