Attacke in Straßburg Was wir wissen

In der Innenstadt von Straßburg hat ein Mann am Rande des traditionellen Weihnachtsmarkts mehrere Menschen getötet. Der Verdächtige ist Intensivtäter und war in Deutschland in Haft.

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In der Altstadt der elsässischen Metropole Straßburg herrscht seit Dienstagabend Ausnahmezustand: Ein Mann hat an mehreren Orten nahe der traditionellen Weihnachtsmärkte zwei Menschen getötet. Eine weitere Person sei hirntot, sagte der Pariser Antiterror-Staatsanwalt Rémy Heitz.

Präsident Emmanuel Macron rief die höchste Terrorwarnstufe aus, der mutmaßliche Täter ist flüchtig, die Fahndung läuft. Verfolgen Sie aktuelle Entwicklungen im Newsblog. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung, was am Mittwochnachmittag über den Verdächtigen, den Tathergang und die Opfer bekannt ist:

Was wir wissen

  • Am Dienstagabend gegen 20 Uhr eröffnete ein Mann in der weihnachtlich geschmückten Straßburger Innenstadt das Feuer. Später griff er auch Menschen mit einem Messer an. Dabei tötete er zwei Menschen und verletzte weitere. Zeugen zufolge habe der Angreifer "Allahu Akbar" (Allah ist groß) gerufen, sagte Staatsanwalt Heitz. Angesichts des Zielorts, seiner Vorgehensweise und der Zeugenaussagen habe die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen.
  • Den Ermittlern zufolge war der Täter mit einem Messer und einer Handfeuerwaffe bewaffnet. Medienberichten zufolge soll es sich dabei um ein automatisches Gewehr gehandelt haben.
  • Der Täter wurde den Angaben zufolge vor seiner Flucht von Soldaten verletzt. Laut Staatsanwaltschaft entkam er mit einem gestohlenen Taxi. Mehr als 600 Einsatzkräfte und mehrere Hubschrauber seien an der Fahndung beteiligt, hieß es.
  • Der mutmaßliche Angreifer stammt nach offiziellen Angaben aus Straßburg. Der 29-Jährige Chérif C. ist französischer Staatsbürger und wurde nach Kenntnis der deutschen Justiz bereits wegen etlicher Diebstähle in Frankreich, der Schweiz und in Deutschland verurteilt. Vom Amtsgericht Singen wurde er wegen schweren Diebstahls zu einer Gefängnisstrafe verurteilt und war in Deutschland in Haft. Nach dem Verbüßen der Strafe wurde er im Jahr 2017 nach Frankreich abgeschoben.
  • Im Urteil des Amtsgerichts Singen heißt es, der Mann sei zusammen mit sechs Geschwistern im Elternhaus in Straßburg aufgewachsen, habe einen dem Hauptschulabschluss vergleichbaren Abschluss, aber keine Ausbildung gemacht. Nach der Schule habe er bei der Gemeinde gearbeitet, seit 2011 sei er arbeitslos gewesen und nach eigener Aussage viel gereist. Schon vor seiner Verurteilung in Singen habe er insgesamt vier Jahre in Gefängnissen verbracht.
  • Nur Stunden vor dem Anschlag waren Medienberichten zufolge bei einer Durchsuchung seiner Wohnung Waffen gefunden worden - darunter Granaten und Messer. Die Polizei hatte die Wohnung am Dienstagmorgen aufgesucht, weil C. wegen eines versuchten Tötungsdelikts verhaftet werden sollte.
  • Die Sicherheitsbehörden gehen Informationen der Nachrichtenagentur dpa zufolge davon aus, dass der mutmaßliche Attentäter zusammen mit seinem 34-jährigen Bruder Sami C. auf der Flucht ist. Beide gelten als islamistisch radikalisiert.
  • Eines der Todesopfer ist ein Tourist aus Thailand. Laut dem Außenministerium in Bangkok handelt es sich um einen 45 Jahre alten Mann, der zusammen mit seiner Frau zu einem Urlaub in Frankreich war. Nach Medienberichten starb er durch einen Schuss in den Kopf. Unter den Verletzten ist auch ein italienischer Radiojournalist, wie ein Sprecher des Außenministeriums der dpa bestätigte. Nach jetziger Kenntnis des Auswärtigen Amtes sind keine Deutschen unter den Opfern.
  • Die Ermittler in Frankreich gehen von einem terroristischen Hintergrund aus. Angesichts des Zielorts, seiner Vorgehensweise und der Zeugenaussagen habe die Antiterrorabteilung der Pariser Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen, hieß es. Der Tatverdächtige sei mehrfach im Gefängnis gewesen. Dort sei auch eine Radikalisierung festgestellt worden, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Laurent Nuñez. Zuvor war bekannt geworden, dass der Täter in der Sicherheitsakte "Fiche S" geführt wurde - einer Liste von Personen, die verdächtigt werden, radikalisiert zu sein. In Deutschland war der mutmaßliche Attentäter nicht als islamistischer Gefährder bekannt.
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Frankreich: Tödliche Schüsse in Straßburg

Was wir nicht wissen

  • Der Aufenthaltsort des Täters ist nicht bekannt. Die französische Regierung schließt nicht aus, dass er nach Deutschland geflüchtet sein könnte - womöglich zusammen mit seinem Bruder Sami. Die Bundespolizei kontrolliert deshalb mehrere Grenzübergänge von Deutschland nach Frankreich. Hinzu kommen laut Bundespolizei Fahrzeugkontrollen im grenznahen Bereich.

mfh/asa/dpa



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