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Straße von Hormus: Iraner provozieren US-Kriegsschiffe - Feuergefecht knapp verhindert

Gefährliche Begegnung in der Straße von Hormus: US-Kriegsschiffe haben am Wochenende beinahe das Feuer auf Boote iranischer Elitesoldaten eröffnet. Der Schießbefehl war fast erteilt, nachdem die Amerikaner einen bedrohlichen Funkspruch abgefangen hatten - dann drehten die Iraner ab.

Washington - Es fehlten offenbar nur Sekunden bis zur Eskalation: Vor der iranischen Küste ist am Wochenende einem Bericht des US-Senders CNN zufolge ein Schusswechsel zwischen Militärschiffen der USA und Irans nur knapp vermieden worden.

US-Soldat in der Straße von Hormus: "Bedeutsamer" Zwischenfall
US Navy

US-Soldat in der Straße von Hormus: "Bedeutsamer" Zwischenfall

Fünf Boote der iranischen Revolutionswächter hätten sich am Samstag in der Straße von Hormus im Persischen Golf drei Schiffen der US-Marine bis auf 200 Meter genähert und bedrohliche Manöver gefahren, meldete CNN unter Berufung auf ungenannte US-Militärvertreter.

In einem Funkspruch von einem der iranischen Boote sei damit gedroht worden, dass die US-Schiffe in wenigen Minuten explodieren würden. CNN zitierte die abgefangene Warnung mit den Worten: "Wir kommen auf euch zu. Ihr werdet in wenigen Minuten explodieren."

Ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AP den Vorfall. Seinen Angaben zufolge ereignete er sich am Samstagmorgen um 5 Uhr Ortszeit. "Das ist die gravierendste Provokation dieser Art, die es bisher gegeben hat", sagte der Pentagon-Vertreter.

Die Besatzungen der fünf kleinen, iranischen Boote hätten sich "sehr aggressiv" verhalten, die US-Schiffe verfolgt, Pakete vor diesen ins Wasser fallen lassen und Ausweichmanöver provoziert, sagte der Offizielle. Die Besatzungen der US-Schiffe hätten daraufhin ihre Waffen entsichert und seien kurz davor gewesen, das Feuer zu eröffnen.

Laut CNN war der Kommandant eines US-Schiffes bereits im Begriff, den Schießbefehl zu erteilen, als die Iraner im letzten Moment abdrehten. "Es gab keine Verletzten, aber es hätte leicht welche geben können", zitierte AP den Pentagon-Vertreter. Die US-Marine äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Immer wieder Zwischenfälle im Persischen Golf

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Die Meerenge ist eine der wichtigsten Seestraßen für den Ölexport nach Westeuropa und in die USA.

Im März vergangenen Jahres hatten iranische Elitesoldaten im Persischen Golf 15 britische Marineangehörige gefangen genommen, weil sie angeblich in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen waren. Sie wurden erst zwei Wochen später nach einer schweren diplomatischen Krise wieder freigelassen. Schon drei Jahre zuvor waren britischen Soldaten einmal für mehrere Tage in iranische Gefangenschaft geraten.

Im November 2005 hatten iranische Revolutionswächter den deutschen Hochseeangler Donald Klein und seinen französischen Begleiter festgenommen. Auch hier galt als Grund eine angebliche Grenzverletzung. Erst im Frühjahr vergangenen Jahres kamen Klein und der Franzose frei.

phw/Reuters/dpa

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