Unruhen in Südafrika: Polizei sperrt streikende Bergleute ein

Mit Blendgranaten und Gummigeschossen gingen die Beamten gegen Demonstranten vor: Südafrikanische Polizeikräfte haben einen Sitzprotest von Arbeitern einer Goldmine mit Gewalt aufgelöst. 72 Menschen wurden festgenommen.

Streikende Minenarbeiter (Archivbild): In Westonaria kam es zu vielen VerhaftungenZur Großansicht
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Streikende Minenarbeiter (Archivbild): In Westonaria kam es zu vielen Verhaftungen

Johannesburg - Erneut ist es in Südafrika zu schweren Zusammenstößen zwischen der Staatsmacht und streikenden Bergarbeitern gekommen. Ein illegaler Sitzstreik von rund 600 Mitarbeitern der Kloof-Goldmine vor einer Polizeistation in Westonaria, etwa 45 Kilometer westlich von Johannesburg, wurde gewaltsam aufgelöst.

Die Polizei setzte Blendgranaten und Gummigeschosse ein, 72 Menschen wurden festgenommen. Einer von ihnen soll eine Schusswaffe bei sich getragen haben. Die Demonstranten zerstörten mehrere Scheiben der Polizeistation.

Mit den Protesten fordern die Arbeiter unter anderem mehr Gehalt, eine gleiche Bezahlung in allen Minen sowie die Entmachtung der Gewerkschaft NUM. Konkret setzten sie sich am Freitag zudem für die Freilassung von 13 Minenarbeitern ein, die am gleichen Tag verhaftet worden waren. Im September hatten etwa 85 Prozent der insgesamt 15.000 Angestellten der Kloof-Mine ihre Arbeit niedergelegt.

Auch an einer Platinmine des Unternehmens Anglo American in Rustenburg kam es am Freitag zu Zusammenstößen, als Protestierende mit Benzinbomben gegen die Polizisten vorgingen. Hier setzten die Beamten Tränengas und Gummigeschosse ein.

Seit Wochen protestieren in Südafrika Bergarbeiter gegen ihre Arbeitsbedingungen. Im August war es an der Platinmine Marikana zu einem der schlimmsten Fälle von Polizeigewalt seit dem Ende der Apartheid gekommen: 34 streikende Minenarbeiter wurden von Sicherheitskräften getötet und 78 weitere verwundet. Anfang Oktober hatte der Platinminen-Betreiber Anglo American 12.000 Arbeiter wegen illegaler Streiks entlassen.

Ein hochrangiger Analyst bekannte am Sonntag, dass die Streiks schweren volkswirtschaftlichen Schaden in Südafrika anrichten. "Die Wachstumsprognose muss mit großer Wahrscheinlichkeit korrigiert werden", sagte Daniel Mminele von der South African Reserve Bank bei einer Rede vor Investoren in Tokio.

sto/Reuters

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