Streit mit Afghanistan Pentagon empört über Karzais Krim-Aussage

Seit Monaten gibt es Ärger zwischen den USA und Afghanistan - und nun auch noch das: Das US-Militär kritisiert Präsident Karzais Haltung in der Ukraine-Krise scharf. Dieser hatte das Krim-Referendum zum Anschluss an Russland begrüßt.

Afghanischer Präsident Karzai: Aussagen "nicht hilfreich"
AFP

Afghanischer Präsident Karzai: Aussagen "nicht hilfreich"


Washington - Diese Kontroverse dürfte wenig beitragen, um das ohnehin zerrüttete Verhältnis zwischen den USA und Afghanistan zu kitten. Das US-Militär hat die Unterstützung der afghanischen Regierung für die Eingliederung der Krim in die Russische Föderation kritisiert. Zwar habe der afghanische Präsident Hamid Karzai das Recht auf eine eigene Meinung, sagte Konteradmiral John Kirby am Montag im Pentagon. Die Bemerkungen des Staatsoberhaupts seien jedoch "offenkundig nicht hilfreich".

Die USA und die Nato seien der Ansicht, dass Russland die territoriale Unversehrtheit der Ukraine verletzt habe. Karsai hatte Medienberichten zufolge am Wochenende die Ergebnisse des Referendums begrüßt, das Russland als Grundlage für die Eingliederung der Halbinsel zitiert hatte.

In rund zehn Monaten endet der Nato-Einsatz in Afghanistan - und die Beziehungen des Landes vor allem zu den USA sind so schlecht wie lange nicht mehr. Erst Anfang März hatte Karzai in einem Interview mit der "Washington Post" gegen die US-Regierung gewettert. Afghanen seien in einem Krieg gestorben, "der nicht der unsere ist". Er sei sich sicher, dass die Offensive nach den Anschlägen in New York vom 11. September 2001 aus Gründen gestartet worden sei, die "im Interesse der USA und des Westens" lägen.

Ganz konkreten Ärger gibt es zudem wegen der Folgemission der westlichen Kräfte ab 2015. Eigentlich sollten längst die Weichen gestellt sein für eine Trainingsmission der Nato-Staaten für die afghanische Armee. Diese soll die Streitkräfte des Landes ausbilden und schulen.

Doch der Prozess verzögert sich, da Karzai seit Monaten die Unterschrift für ein notwendiges Truppenstatut für amerikanische und Nato-Soldaten in Afghanistan verweigert. Inzwischen erwägt die Nato sogar einen radikalen Schritt: den Totalabzug vom Hindukusch.

jok/Reuters



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lkm67 25.03.2014
1.
Zitat von sysopAFPSeit Monaten gibt es Ärger zwischen den USA und Afghanistan - und nun auch noch das: Das US-Militär kritisiert Präsident Karzais Haltung in der Ukraine-Krise scharf. Dieser hatte das Krim-Referendum zum Anschluss an Russland begrüßt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/streit-mit-afghanistan-pentagon-empoert-ueber-karzais-krim-aussage-a-960567.html
Der Typ weiß nicht einmal was in seiner Nachbarstadt vor sich geht äussert sich hier zu Dingen von denen er nichts versteht, keinen Zusammenhang weiß, wahrscheinlich schlechter Informiert ist als der Durchschnitts Fernsehzuschauer in Castrop-Rauxel . . . Die Kunst zu schweigen von einem solchen Mannzu erwarten, wäre in der Tat zu viel verlangt und somit muß man mit dem verbalen Durchfall rechnen solange ein Mikrophon in der Nähe ist.
gog-magog 25.03.2014
2.
Zitat von sysopAFPSeit Monaten gibt es Ärger zwischen den USA und Afghanistan - und nun auch noch das: Das US-Militär kritisiert Präsident Karzais Haltung in der Ukraine-Krise scharf. Dieser hatte das Krim-Referendum zum Anschluss an Russland begrüßt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/streit-mit-afghanistan-pentagon-empoert-ueber-karzais-krim-aussage-a-960567.html
Wundert das einen? Karzai hat im eigenen Land keine Macht und wenn er die gesicherten drei bis vier Straßenzüge in Kabul verläßt, dann muss er um sein Leben bangen. Der hofft doch nur darauf, dass Putin alsbald kommt und ihn annektiert, wie anno 1980.
whiteelephant1 25.03.2014
3. Geheuchelte Empörung.
Zitat von sysopAFPSeit Monaten gibt es Ärger zwischen den USA und Afghanistan - und nun auch noch das: Das US-Militär kritisiert Präsident Karzais Haltung in der Ukraine-Krise scharf. Dieser hatte das Krim-Referendum zum Anschluss an Russland begrüßt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/streit-mit-afghanistan-pentagon-empoert-ueber-karzais-krim-aussage-a-960567.html
Inzwischen kann ich Karzai voll verstehen. Sollen die Nato und die USA doch mit Abzug aus Afghanistan drohen. Ist doch das Beste, was dem Land geschehen kann. Kazai scheint bei weitem mehr Demokratieverständnis zu haben, als der gesamte Westen! Traurig!
lupo44 25.03.2014
4. ...auch hier hat das Bündnis versagt
"Am Hindykusch verteidigen wir auch unseren Frieden",sagte ein weiser und sehr geschätzter deutscher Politiker einst.Heute wissen wir das er geirrt hat und die gesamte Administration.Über 50 deutsche Soldaten sind für diese Fehleinschätzung gefallen am Hindykusch. Die deutsche Regierung hätte es beenden können.Wir werden alle sehen wie es endet-bei den Taliban.
sponer59 25.03.2014
5. Eigene Meinung
So, so: der afghanische Präsident Hamid Karzai hat das Recht auf eine eigene Meinung. Das ist nett, dass das ein General einer fremden Macht noch einmal betont. Die "eigene Meinung" ist natürlich nur so lange "hilfreich", wie sie der us-amerikanischen Meinung entspricht. Hier zeigt sich enmal mehr die Haltung der USA zu ihren Vasallenstaaten: wenn sie nicht spuren, werden sie bombardiert oder - im Falle Deutschlands Weigerung, einen Angriffskrieg auf den Irak mitzutragen - auspioniert. vgl. http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/nsa-ex-chef-hayden-entschuldigt-sich-bei-deutschland-a-960231.html
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