Streit um Atomprogramm Israels Vizeregierungschef droht Iran offen mit Militärschlag

Der Ton wird schärfer: Israels Vizeregierungschef Mofas hat in einem Interview offen mit einem Angriff auf Iran gedroht. Ein Militärschlag sei unausweichlich, sollte Teheran sein Atomprogramm weiterführen, sagte Mofas.


Tel Aviv - Drohungen zwischen Israel und Iran sind an der Tagesordnung, doch so offen hat die israelische Regierung sich bislang noch nicht geäußert: Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Vizeregierungschef Schaul Mofas der Führung in Teheran mit einem Militärschlag gedroht. "Wenn der Iran sein Programm zur Entwicklung von Atomwaffen fortsetzt, werden wir angreifen", sagte Mofas der Tageszeitung "Jediot Achronot" laut einem vorab verbreiteten Interviewauszug. Eine Stellungnahme Mofas' gibt es bislang dazu noch nicht.

Aus Sicht von Mofas, der auch für den strategischen Dialog Israels mit der US-Regierung zuständig ist, haben sich den Angaben zufolge die internationalen Sanktionen gegen Iran nicht bewährt. "Die Sanktionen sind nicht effektiv. Es wird keine andere Alternative geben, als Iran anzugreifen, um das iranische Atomprogramm zu stoppen", sagte Mofas.

Ein solcher Militärschlag müsse mit Billigung, Einverständnis und Unterstützung der USA erfolgen. Zu den Drohungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, Israel von der Landkarte zu tilgen, sagte Mofas: "Er wird eher verschwinden als Israel."

Mofas wurde 1948 in Teheran geboren und emigrierte 1957 gemeinsam mit den Eltern nach Israel. Er ist derzeit Transportminister und Vizeministerpräsident. Zuvor führte der ehemalige Generalstabschef auch das Verteidigungsministerium. Mofas will sich um die Nachfolge von Ministerpräsident Ehud Olmert als Vorsitzender der Kadima-Partei bewerben, falls Olmert im Zuge der polizeilichen Ermittlungen wegen illegaler Geldannahme sein Parteiamt niederlegen sollte. Mofas, der zum rechten Parteiflügel gehört, hat den innerparteilichen Kampf gegen seine Hauptrivalin, die Außenministerin Zipi Livni, bereits begonnen. Mofas lehnte beispielsweise in dieser Woche eine Rückgabe der von Israel besetzten Golan-Höhen an Syrien ab.

ffr/AP/dpa

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