Streit um Demo: Griechenland sorgt für diplomatischen Eklat

Griechenlands Präsident Karolos Papoulias hat seinen Albanien-Besuch kurzerhand abgebrochen und damit für einen diplomatischen Eklat gesorgt. Papoulias hatte sich über eine Demonstration geärgert, die gegen sein Land gerichtet war.

Tirana - Eigentlich sollte der griechische Präsident zu lockeren diplomatischen Gesprächen bei Raki und Kaffee mit Albaniens Staatsoberhaupt Alfred Moisiu im Süden des Landes zusammenkommen. Doch daraus wurde nichts. "Die albanischen Behörden haben nicht die für einen störungsfreien Ablauf des Treffens notwendigen Maßnahmen ergriffen", begründete das griechische Außenministerium Papoulias' Schritt.

Der Gastgeber ließ mitteilen, er bedauere die "ungestüme und unerklärliche Entscheidung der griechischen Seite". Die Demonstration sei vollkommen friedlich abgelaufen und habe sich zudem weit entfernt von dem Ort abgespielt, an dem die beiden Politiker sich treffen sollten. Außerdem habe die Polizei die Kundgebung unter Kontrolle gehabt. In einem Fernsehbericht war die Rede von höchstens 200, zumeist älteren Demonstrationsteilnehmern.

Dabei handelte es sich um Mitglieder einer nahezu in Vergessenheit geratenen Minderheit, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs von Griechenland wegen angeblicher Kollaboration mit den Nazis vertrieben worden war. Mittlerweile Staatsbürger Albaniens, fordert die Minderheit ihr Land, Eigentum und die griechische Staatsbürgerschaft zurück. Griechenland weist die Forderungen bislang als haltlos zurück.

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