Streit um Fischerboote Nordkorea droht dem Süden mit "großem Krieg"

Es geht um die Krabbensaison im Gelben Meer und einen jahrzehntealten Grenzkonflikt: Im Streit um einige vermeintlich aus Nordkorea stammende Fischerboote, die von Südkoreas Militär beschossen wurden, droht der Norden jetzt mit Krieg.


Seoul - Im Herbst beginnt die Krabbensaison im Gelben Meer - und regelmäßig kommt es in dieser fischreichen Zeit zu Auseinandersetzungen zwischen Nord- und Südkorea, deren Ostküsten an das Gewässer grenzen. Wo genau die Grenze zwischen nord- und südkoreanischen Fischgründen verläuft, ist jedoch seit Jahrzehnten strittig. Am Freitag kam es daher erneut zu einem Zwischenfall auf hoher See, als die Marine Südkoreas einige Warnschüsse auf mehrere vermutlich aus Nordkorea stammende Fischerboote abgab. Die Schüsse hätten die Boote nicht getroffen und die nordkoreanische Marine sei an dem Zwischenfall im Gelben Meer nicht beteiligt gewesen, hieß es. Aus Kreisen des südkoreanischen Stabschefs verlautete als Begründung, die Boote hätten die umstrittene Seegrenze im Gelben Meer überfahren.

An diesem Samstag hieß nun dazu aus Nordkorea: Sollten weitere Schüsse fallen, werde Pjöngjang "einen großen Krieg führen". Es seien sechs Fischerboote gewesen, die nach den Schüssen wieder über die Grenzlinie nach Nordkorea zurückgekehrt seien.

Nach südkoreanischen Angaben hatte es in den vergangenen Tagen wieder mehrere Fälle gegeben, in denen Fischerboote aus Nordkorea in Südkoreas Gewässer eingedrungen seien. Die Regierung im nordkoreanischen Pjöngjang wirft dem Süden vor, Boote anderer Nationalitäten als nordkoreanisch zu deklarieren, um dem Norden Grenzverletzungen vorwerfen zu können.

Nordkorea erkennt die sogenannte Nördliche Grenzlinie vor der Westküste nicht an. Diese Linie wurde zum Ende des Korea-Kriegs 1953 einseitig von einem Uno-Kommando gezogen. Bei den Auseinandersetzungen um das Gelbe Meer sind seit 1999 zwölf Menschen ums Leben gekommen.

bor/AP/dapd

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insgesamt 7 Beiträge
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spon-facebook-10000120661 22.09.2012
1. optional
dann sind also ein paar Krabben daran schuld, dass dort der krieg ausbricht?
Sleeper_in_Metropolis 22.09.2012
2.
---Zitat--- Nordkorea droht dem Süden mit "großem Krieg" ---Zitatende--- Ach, schon wieder ? Diese Töne kommen ja in schöner Regelmäßigkeit aus dem Norden. Wird aber vermutlich wieder nichts werden, da sich beide Seiten bewußt sind, nur verlieren zu können : Die Nordkoreaner wissen, das sie im Ernstfall Südkorea und den Amis militärisch hoffnungslos unterlegen sind. Die Südkoreaner wiederum würden nach einem erfolgreichen Krieg, der das Ende des Nordens bedeuten würde mit einem gigantischen Strom aus verarmten und ungebildeten Flüchtlingen aus dem Norden überschwemmt, und darunter vermutlich zusammenbrechen.
Panslawist 22.09.2012
3.
Zitat von Sleeper_in_MetropolisAch, schon wieder ? Diese Töne kommen ja in schöner Regelmäßigkeit aus dem Norden. Wird aber vermutlich wieder nichts werden, da sich beide Seiten bewußt sind, nur verlieren zu können : Die Nordkoreaner wissen, das sie im Ernstfall Südkorea und den Amis militärisch hoffnungslos unterlegen sind. Die Südkoreaner wiederum würden nach einem erfolgreichen Krieg, der das Ende des Nordens bedeuten würde mit einem gigantischen Strom aus verarmten und ungebildeten Flüchtlingen aus dem Norden überschwemmt, und darunter vermutlich zusammenbrechen.
Südkorea hat sich schon wegen ein paar Inseln mit Japan angelegt. Es würden also China und Taiwan gegen Japan, Taiwan und die USA gegen China, China und Nordkorea gegen Südkorea und die USA, und Südkorea gegen Japan kämpfen.
ergenekon25 22.09.2012
4.
Zitat von PanslawistSüdkorea hat sich schon wegen ein paar Inseln mit Japan angelegt. Es würden also China und Taiwan gegen Japan, Taiwan und die USA gegen China, China und Nordkorea gegen Südkorea und die USA, und Südkorea gegen Japan kämpfen.
China und Taiwan zusammen kann gar nicht sein, laut China existiert Taiwan nicht einmal. USA gegen China? Meinen Sie das China mit Atomwaffen und größter Exporteur. USA überhaupt in einem weiteren, diesmal größeren Krieg? Tom Clancy wäre vor Neid erblasst, wenn er Ihr Kommentar lesen könnte. :)
ergenekon25 22.09.2012
5.
Zitat von sysopDPAEs geht um die Krabbensaison im Gelben Meer und einen jahrzehntealten Grenzkonflikt: Im Streit um einige vermeintlich aus Nordkorea stammende Fischerboote, die von Südkoreas Militär beschossen wurden, droht der Norden jetzt mit Krieg. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,857387,00.html
Ich denke, man muss solchen Ignoranten und Aggressoren mal in den Allerwertesten treten, damit die endlich mal Ruhe geben. Aber da reicht der Mut wohl doch nicht aus zwecks Aussicht auf Erfolg. Ferner gibt es da nichts zu holen wie in Libyen oder Irak. Außerdem ist die Bevölkerung nicht manipuliert genug gegen die Koreaner, wie z.B. im Fall der Moslems, dass man einen Konflikt riskieren könnte.
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