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Streit um Nuklearanlage: Nordkorea provoziert die Atomkontrolleure

Eskalation in Nordkorea: Die Regierung in Pjöngjang hat die Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Behörde aus der umstrittenen Nuklearanlage in Yongbyon ausgesperrt. In der kommenden Woche wollen die Betreiber den Kernreaktor wieder einschalten - aus Protest gegen die USA.

Wien - Die Unterrichtung erreichte die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auf offiziellem Wege: Nordkorea will in der kommenden Woche den stillgelegten Atomreaktor im umstrittenen Nuklearkomplex Yongbyon wieder in Betrieb nehmen. Außerdem sollen Inspektoren keinen weiteren Zutritt zu dem Komplex erhalten, teilte am Mittwoch IAEA-Sprecherin Melissa Fleming mit.

Satellitenbild der Anlage in Yongbyon (August 2002): Siegel entfernt, Kameras abgebaut
REUTERS

Satellitenbild der Anlage in Yongbyon (August 2002): Siegel entfernt, Kameras abgebaut

Wie von Nordkorea gewünscht, hätten die Inspektoren die Siegel an der Anlage entfernt. Auch die zur Überwachung der Atomanlage installierten Kameras seien abgebaut worden.

Nordkorea hatte bereits am Freitag verkündet, den stillgelegten Atommeiler wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Der Kernreaktor kann Plutonium zum Bau von Atomwaffen liefern.

Der knapp hundert Kilometer nördlich von Pjöngjang gelegene Reaktor war im Sommer vergangenen Jahres abgeschaltet worden. Nordkorea hatte sich im Zuge der sogenannten Sechser-Gespräche mit der schrittweisen Aufgabe seines Atomprogramms einverstanden erklärt. Beteiligt an den Verhandlungen sind Nord- und Südkorea, USA, China, Russland und Japan.

Die Wiederinbetriebnahme Yongbyons begründete Nordkorea damit, dass die USA sich weigerten, das Land von seiner Liste der "Schurkenstaaten" zu nehmen. Am Montag hatte Nordkorea die IAEA aufgefordert, Siegel und Überwachungstechnik aus der Anlage zu entfernen.

ffr/AFP/AP/Reuters/dpa

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