Sturm auf Bagdad Die Angst der Alliierten vor dem Häuserkampf

Die britischen und amerikanischen Truppen im Irak wollen offenbar gar nicht so schnell in Bagdad sein, wie sie könnten. Bei den Alliierten besteht die Furcht, dass sie gegenwärtig im Häuserkampf den irakischen Elitetruppen Saddam Husseins unterliegen.


London/Camp Al Sailija - Die Invasionstruppen im Irak können nach britischen Angaben die Hauptstadt Bagdad innerhalb weniger Tage erreichen. Das wollen sie aber gar nicht unbedingt, denn ihnen fehle die für einen Straßen- und Häuserkampf notwendige Überlegenheit, hieß es am Freitag in britischen Verteidigungskreisen.

Die US-Streitkräfte wollten einen Häuserkampf in Bagdad vermeiden und setzten auf Druck, damit das Regime zusammenbreche, sagte ein britischer Militärexperte, der nicht namentlich genannt werden wollte. Basra gebe einen interessanten Vorgeschmack darauf, wie schwer Bagdad zu knacken sein würde. Basra, die zweitgrößte Stadt des Irak, ist seit über einer Woche umkämpft und noch immer nicht vollständig unter Kontrolle der Invasionstruppen.

Die US-Streitkräfte warnten unterdessen davor, dass das irakische Militär aufgefordert worden sein könnte, ab einem bestimmten Punkt Chemiewaffen einzusetzen. Es gebe dafür einige Hinweise, sagte US-Brigadegeneral Vincent Brooks im Hauptquartier des US-Central Command in Katar, ohne Details zu nennen. Es gebe aber offenbar noch keinen Befehl zum Einsatz von C-Waffen, sagt er.

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.