Sudan-Konflikt: Uno-Generalsekretär verurteilt Luftangriffe

Der gewaltsame Konflikt zwischen Sudan und Südsudan spitzt sich zu, jetzt schaltet sich Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ein. Er forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Sudans Präsident Baschir zeigt sich trotz der internationalen Appelle bisher unbeeindruckt.

Sudanesische Soldaten in Heglig: In dem Konflikt gebe es "keine militärische Lösung" Zur Großansicht
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Sudanesische Soldaten in Heglig: In dem Konflikt gebe es "keine militärische Lösung"

Khartum/New York - Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat sich in die Auseinandersetzung zwischen Sudan und Südsudan eingeschaltet: Er forderte ein sofortiges Ende der Gewalt an der Grenze zwischen den beiden Ländern. Die Regierung in Khartum müsse die Kampfhandlungen umgehend einstellen, sagte ein Sprecher.

In dem Konflikt gebe es "keine militärische Lösung". Ban rief Sudans Präsident Umar al-Baschir und seinen südsudanesischen Kollegen Salva Kiir auf, auf weitere Konfrontationen zu verzichten und den Dialog wieder aufzunehmen.

Am Montag hatten sudanesische Flugzeuge die Stadt Bentiu bombardiert, obwohl sich die südsudanesische Armee zuvor von dem umstrittenen Ölfeld Heglig zurückgezogen hatte. Mindestens ein Mensch soll dabei getötet worden sein.

In den vergangenen Tagen hatte es schwere Kämpfe im Grenzgebiet gegeben. Die Gefechte um Heglig waren die schwersten militärischen Auseinandersetzungen, seitdem Südsudan im Juli 2011 abgespalten und einen eigenen Staat gebildet hat.

Grundlage dafür ist ein Friedensvertrag von 2005. Seitdem eskalieren allerdings die Spannungen zwischen den beiden Staaten, angefacht von Gebietsstreitigkeiten, ethnischen Vorurteilen und dem Streit um die Ölreserven im Grenzgebiet. Sudan hat mit der Unabhängigkeit des Südens drei Viertel seiner Ölreserven eingebüßt.

In der vergangenen Woche besetzte Südsudan das zwischen beiden Seiten umstrittene Ölfeld Heglig. Der Staat beansprucht das Gebiet und will sich erst zurückziehen, wenn die Vereinten Nationen neutrale Truppen dort stationiert haben.

Präsident Baschir drohte am Montag bei einem Besuch in der Grenzstadt Heglig mit dem Sturz der südsudanesischen Regierung. Die militärischen Aktionen würden solange fortgesetzt, bis alle mit mit dem Nachbarland verbündeten Kräfte aus dem Norden vertrieben seien. Die Europäische Union hatte zuvor ein Ende der Kampfhandlungen gefordert. Der Präsident zeigte sich unbeeindruckt.

heb/AFP/Reuters/dapd

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1. ...
deus-Lo-vult 24.04.2012
Zitat von sysopDer gewaltsame Konflikt zwischen Sudan und Südsudan spitzt sich zu, jetzt schaltet sich Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ein. Er forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Sudans Präsident Baschir zeigt sich trotz der internationalen Appelle bisher unbeeindruckt. Sudan-Konflikt: Uno-Generalsekretär verurteilt Luftangriffe - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,829373,00.html)
So wie sämtlich Kriegstreiber wahrscheinlich auch, muss ich immer wieder herzlich lachen, wenn die UNO Verbrechen "verurteilt". Ein zahnloser Tiger ist im Vergleich mit der UNO noch richtig gefährlich!
2. Was nutzen Worte gegen Völkermörder
blumt0pf 24.04.2012
Warum greift die UNO denn nicht ein? Die südsudanesische Regierung bettelt schon seit Monaten um einen Einsatz in den umstrittenen Gebieten um sie vor dem Sudan zu schützen. Aber stattdessen darf der völkerrechtlich gesuchte Massen- und Völkermörder al-Bashir mit Unterstützung seiner arabischen Nachbarn weiter sein Unwesen treiben. Er hetzt und wütet in aller Öffentlichkeit gegen Christen & Animisten, schafft mithilfe der Araber einen islamistischen Schariastaat und fliegt in aller Öffentlichkeit Bombardements auf den Südsudan. Wie viele abertausende Südsudanesen sollen denn noch sterben? Sie standen bereits kurz vor der Ausrottung. Überhaupt zeigt sich mal wieder die Hinterhältigkeit und Heuchelei der Araber, die den Sudan auch noch unterstützen.
3. Ja wie denn nu
ceilks 24.04.2012
Zitat von sysop...,obwohl sich die südsudanesische Armee zuvor von dem umstrittenen Ölfeld Heglig zurückgezogen hatte.
4. Ganz einfach.
kingston007 24.04.2012
Dieser Artikel ist gegen den Sudan der von ihnen Zitierte Satz stammt aus dem Artikel gegen den Süd Sudan.:) Das zeigt nur eins der Spiegel hat sich noch nicht auf einen Gegner festgelegt sobald das erfolgt ist bekommen wir wieder unsere tägliche Dosis Propaganda aus eine Richtung... Im übrigen warte ich auch noch auf die Anti Azawad Propaganda oder gibt es dort noch kein Öl wie in Libyen?:)
5.
sophistocat 25.04.2012
Zitat von sysopDer gewaltsame Konflikt zwischen Sudan und Südsudan spitzt sich zu, jetzt schaltet sich Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon ein. Er forderte ein sofortiges Ende der Gewalt. Sudans Präsident Baschir zeigt sich trotz der internationalen Appelle bisher unbeeindruckt. Sudan-Konflikt: Uno-Generalsekretär verurteilt Luftangriffe - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,829373,00.html)
Die internationalen Apelle sind so nutzlos wie ein Kropf so lange China und Rußland treu zu Baschir stehen und jede noch so zahme Sanktion verhindern.
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Fläche: 644.329 km²

Bevölkerung: 10,882 Mio.

Hauptstadt: Juba

Staats- und Regierungschef: Salva Kiir (seit August 2005)

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Fläche: 1.861.484 km²

Bevölkerung: 36,164 Mio. (2013)

Hauptstadt: Khartum

Staats- und Regierungschef: Umar al-Baschir

*Die Daten beziehen sich auf den Gesamtsudan

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