Umstrittenes Ölfeld Sudan nimmt drei Ausländer fest

Sie werden beschuldigt, illegal die umstrittene Ölregion von Heglig betreten zu haben: Sudan hat einen südsudanesischen Soldaten und drei Ausländer festgenommen, darunter einen Uno-Mitarbeiter. Die Männer sollen in "verdächtige" Aktivitäten verwickelt sein.

AFP

Khartum/New York - In einem zwischen dem Sudan und Südsudan umstrittenen Grenzgebiet haben die sudanesischen Streitkräfte drei Ausländer und einen südsudanesischen Soldaten festgenommen. Die vier Männer seien in der ölreichen Region von Heglig in "verdächtige" Aktivitäten verwickelt gewesen, meldete die amtliche sudanesische Nachrichtenagentur.

Nach Angaben von Informationsminister Abdullah Massar handelt es sich bei den festgenommenen Ausländern um einen britischen, einen norwegischen und einen südafrikanischen Staatsbürger. Sie würden derzeit verhört.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, befinde sich unter den festgenommenen Ausländern ein Mitarbeiter der Vereinten Nationen: "Vier Personen, darunter ein Uno-Mitarbeiter, wurden nach Khartum gebracht", sagte Josephine Guerrero, eine Sprecherin der Mission. Der Meldung zufolge wollte sie keine weiteren Details zu dem Vorgang nennen.

Sawarmi Khaled Saad, ein Sprecher der sudanesischen Armee, sagte bei einer Pressekonferenz in Khartum, die vier Ausländer hätten allesamt einen militärischen Hintergrund. Seinen Angaben zufolge seien der Brite, der Norweger und der Südafrikaner am Samstag festgenommen worden, weil sie illegal und gemeinsam mit dem südsudanesischen Soldaten ein Ölfeld in der Region von Heglig im Grenzgebiet zwischen Sudan und Südsudan betreten hätten.

Die südsudanesischen Streitkräfte weisen dies zurück und geben an, die drei Ausländer hätten ihnen nicht geholfen.

Zu Beginn der Woche hatte sich Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in die Auseinandersetzung zwischen Sudan und Südsudan eingeschaltet: Er forderte ein sofortiges Ende der Gewalt an der Grenze zwischen den beiden Ländern. In dem Konflikt gebe es "keine militärische Lösung". Ban rief Sudans Präsident Umar al-Baschir und seinen südsudanesischen Kollegen Salva Kiir auf, auf weitere Konfrontationen zu verzichten und den Dialog wieder aufzunehmen.

In den Tagen davor hatte es Kämpfe im Grenzgebiet gegeben. Die Gefechte um Heglig waren die schwersten militärischen Auseinandersetzungen, seitdem sich Südsudan im Juli 2011 abgespalten und einen eigenen Staat gebildet hat.

bos/dapd/Reuters /AP/AFP

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blumt0pf 29.04.2012
1. Verdächtige Aktivitäten
Zitat von sysopAFPSie werden beschuldigt, illegal die umstrittene Ölregion von Heglig betreten zu haben: Sudan hat drei Ausländer und einen südsudanesischen Soldaten festgenommen. Sie sollen in "verdächtige" Aktivitäten verwickelt sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,830428,00.html
Der Südsudanese und die UN-Mitarbeiter haben wahrscheinlich die Toten gezählt, die der Sudan bei der Bombardierung Hegligs zu verantworten hat.
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