Monatelange Krise: Sudan und Südsudan einigen sich im Öl-Streit

Es könnte der Durchbruch in der Sudan-Krise sein: Die beiden Nachbarstaaten haben sich im monatelangem Öl-Streit geeinigt. USA und Uno hatten zum Deal gedrängt - doch der Streit über die Grenzfragen tobt weiter.

Beschädigte Pipeline in Heglig (im April): Monatelanger Streit um Öl-Transport beendetZur Großansicht
REUTERS

Beschädigte Pipeline in Heglig (im April): Monatelanger Streit um Öl-Transport beendet

Addis Abeba/Kapstadt - Am Samstagmittag bestätigte die sudanesische Nachrichtenagentur Suna den Deal: Der Sudan und der Südsudan haben sich im Öl-Streit geeinigt. Beide Staaten hätten ein Abkommen über die Transitgebühren beim Export von südsudanesischem Erdöl durch den Nachbarstaat im Norden erreicht.

Das hatte zunächst der Vermittler der Afrikanischen Union (AU), Thabo Mbeki, am frühen Samstagmorgen nach einer nächtlichen Sitzung des Friedens- und Sicherheitsrats des Staatenbundes in Addis Abeba bekannt gegeben. "Das Öl wird bald wieder fließen", sagte der ehemalige südafrikanische Präsident.

Allerdings konnten nach seinen Worten nicht alle Probleme gelöst werden - etwa die umstrittene Grenzführung zwischen beiden Ländern. Die noch offenen Fragen sollen nun nach dem Willen der AU-Kommission bis zum 22. September gelöst werden. Erst wenn man sich über Sicherheitsfragen einige, würde deal Öl-Deal umgesetzt, berichtete die Agentur Suna.

Südsudan drohte Staatspleite

Der Südsudan hatte im Januar die Erdölproduktion eingestellt, nachdem keine Übereinkunft über die Transitgebühren mit dem nördlichen Nachbarn zustande gekommen war. Der Streit hatte der Wirtschaft in beiden Ländern schwer geschadet. Die größten Ölreserven liegen im Südsudan, der Transport läuft aber über Leitungen im Norden. Vor allem der Staatshaushalt des seit Juli 2011 unabhängigen Südsudans hängt zu über 75 Prozent von den Öleinnahmen ab.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Freitag bei einem Besuch in der südsudanesischen Hauptstadt Juba beide Seiten aufgerufen, sich friedlich auf Kompromisse zu einigen. Mbeki kündigte in Addis Abeba ein Treffen zwischen den Präsidenten Sudans und Südsudans, Omar al-Baschir und Salva Kiir, im September an. Bereits am Rande des AU-Gipfels in Addis Abeba vor vier Wochen hatten beide vereinbart, möglichst bald die aktuellen Konflikte zu lösen.

Am Donnerstag war ein Ultimatum des Uno-Sicherheitsrates für die beiden Länder abgelaufen. Das Gremium sie aufgefordert, bis zum 2. August ihre zahlreichen Probleme zu lösen. Wegen der Öl- und Grenzstreitigkeiten war es in diesem Jahr mehrfach zu blutigen Kämpfen im Grenzgebiet gekommen. Der Südsudan hatte sich vor gut einem Jahr vom Sudan losgelöst.

fab/dpa/Reuters

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insgesamt 5 Beiträge
satyam89 04.08.2012
ich denke nicht,dass diese Deal ein durchbruch war. Die beide Staaten haben sich nicht über Abyei geeignet. Jetzt, dass sie das Öl verkaufen können, können sie auch wieder Waffen einkaufen, und damit in Abyei und Darfur [...]
ich denke nicht,dass diese Deal ein durchbruch war. Die beide Staaten haben sich nicht über Abyei geeignet. Jetzt, dass sie das Öl verkaufen können, können sie auch wieder Waffen einkaufen, und damit in Abyei und Darfur weiterkämpfen. Weiss jemand warum transportiert Südsudan das Öl nicht durch Ethiopien? Beide konnten Leitungen bauen...
Beat Adler 04.08.2012
Die Finanzierung der Pipeline von Sued Sudan durch Kenia bis zum indischen Ozean durch die ADB (African Development Bank) wurde kuerzlich unterzeichnet. In 36 Monaten soll, auch Dank chinesischer Unterstuetzung, das erste [...]
Zitat von satyam89ich denke nicht,dass diese Deal ein durchbruch war. Die beide Staaten haben sich nicht über Abyei geeignet. Jetzt, dass sie das Öl verkaufen können, können sie auch wieder Waffen einkaufen, und damit in Abyei und Darfur weiterkämpfen. Weiss jemand warum transportiert Südsudan das Öl nicht durch Ethiopien? Beide konnten Leitungen bauen...
Die Finanzierung der Pipeline von Sued Sudan durch Kenia bis zum indischen Ozean durch die ADB (African Development Bank) wurde kuerzlich unterzeichnet. In 36 Monaten soll, auch Dank chinesischer Unterstuetzung, das erste Oel schon nach Lamu, wo ein neuer Hafen gebaut wird, fliessen. Ausserdem werden Eisenbahnlinien sowohl durch Ethiopien wie Kenia mit Sued Sudan verbunden und auch Strassen gebaut. Das Ganze ist das zur Zeit groesste Investitionsprojekt in Afrika. Endlmich, endlich, endlich nach "nur" 7 Jahren Planung! mfG Beat
hxk 04.08.2012
Wieso die Ironie? Bei uns dauert sowas 20 Jahre und in Berlin sogar noch etwas länger. ;)
Zitat von Beat AdlerIn 36 Monaten soll, auch Dank chinesischer Unterstuetzung, das erste Oel schon nach Lamu, wo ein neuer Hafen gebaut wird, fliessen. Ausserdem werden Eisenbahnlinien sowohl durch Ethiopien wie Kenia mit Sued Sudan verbunden und auch Strassen gebaut. Das Ganze ist das zur Zeit groesste Investitionsprojekt in Afrika. Endlmich, endlich, endlich nach *"nur"* 7 Jahren Planung! mfG Beat
Wieso die Ironie? Bei uns dauert sowas 20 Jahre und in Berlin sogar noch etwas länger. ;)
satyam89 04.08.2012
Vielen Dank. Das schaut ganz gut aus für Südsudan, mindestens die Pläne. Aber ich denke, dass es für Sudan eine Katastrophe ist. Außer Öl haben sie jetzt gar nichts, und wenn Südsudan die andere Leitungen benutzem wird, werden [...]
Zitat von Beat AdlerDie Finanzierung der Pipeline von Sued Sudan durch Kenia bis zum indischen Ozean durch die ADB (African Development Bank) wurde kuerzlich unterzeichnet. In 36 Monaten soll, auch Dank chinesischer Unterstuetzung, das erste Oel schon nach Lamu, wo ein neuer Hafen gebaut wird, fliessen. Ausserdem werden Eisenbahnlinien sowohl durch Ethiopien wie Kenia mit Sued Sudan verbunden und auch Strassen gebaut. Das Ganze ist das zur Zeit groesste Investitionsprojekt in Afrika. Endlmich, endlich, endlich nach "nur" 7 Jahren Planung! mfG Beat
Vielen Dank. Das schaut ganz gut aus für Südsudan, mindestens die Pläne. Aber ich denke, dass es für Sudan eine Katastrophe ist. Außer Öl haben sie jetzt gar nichts, und wenn Südsudan die andere Leitungen benutzem wird, werden sie noch weniger Geld haben. Deshalb werden sie für Abyei noch standhafter Kämpfen. Die internationale Gemeinschaft sollte auch Sudan irgentwie helfen (mit mehr Schulen, etc), oder die zwei Länder werden weiterkämpfen.
Beat Adler 05.08.2012
Das groesste, brachliegende Potentail Sued-Sudans ist die Landwirtschaft: Sued Sudan alleine koennte ueber Eine Milliarde Menschen mit genuegend Proteinen, Kohlenhydraten und Oelen/Fetten versorgen. Bereits sind 10 [...]
Zitat von satyam89Vielen Dank. Das schaut ganz gut aus für Südsudan, mindestens die Pläne. Aber ich denke, dass es für Sudan eine Katastrophe ist. Außer Öl haben sie jetzt gar nichts, und wenn Südsudan die andere Leitungen benutzem wird, werden sie noch weniger Geld haben. Deshalb werden sie für Abyei noch standhafter Kämpfen. Die internationale Gemeinschaft sollte auch Sudan irgentwie helfen (mit mehr Schulen, etc), oder die zwei Länder werden weiterkämpfen.
Das groesste, brachliegende Potentail Sued-Sudans ist die Landwirtschaft: Sued Sudan alleine koennte ueber Eine Milliarde Menschen mit genuegend Proteinen, Kohlenhydraten und Oelen/Fetten versorgen. Bereits sind 10 Tausende von Hektaren an brachliegenden Gebiete an Investoren aus der arabischen Halbinsel verpachtet worden. Diese werden dort im grossen Stil Getreide und andere Nahrungsmittel anbauen. Der zukuenftige Boom, der NACH Erdoelboom, ist die Produktion von Getreide zur Ernaehrung von Mensch und Tier sowie zur Produktion von Bio-Kraftstoffen, Bio-Ethanol (vulgo Schnaps) und Bio-Diesel. Selbstverstaendlich sind diese Landverpachtungen in Afrika bei gewissen Europaern umstritten. Nur wenn es China tut, wie z.B. in Uganda oder Sambia, dann ist es in Ordnung;-) In 10 Jahren ist der Sued-Sudan ein Erdoelstaat mit Landwirtschaft. Ob diese Reichtuemer dem gemeinen Volk zu Gute kommen werden, ist zu hoffen. Rechnen Sie einmal taeglich 400'000 Fass Erdoel multipliziert mit dem Boersenpreis aus! Die Doppelernte pro Jahr, 2 x 6 Tonnen (Frankreich 11 Tonnen) pro Hektare, von 1'500'000 Hektaren Getreide bei heutigen Preisen! mfG Beat
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  • Samstag, 04.08.2012 – 15:18 Uhr
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Fläche: 644.329 km²

Bevölkerung: 10,386 Mio.

Hauptstadt: Juba

Staats- und Regierungschef: Salva Kiir (seit August 2005)

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Karte

Fläche: 1.861.484 km²

Bevölkerung: 30,894 Mio. (2008)

Hauptstadt: Khartum

Staats- und Regierungschef: Umar al-Baschir

*Die Daten beziehen sich auf den Gesamtsudan

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