Sudan Zum Tode verurteilte Christin rettet sich nach Italien

Wegen ihres Übertritts zum Christentum wurde eine Frau im Sudan zum Tode verurteilt. Jetzt durfte Mariam Yahya Ibrahim mit ihrer Familie nach Italien ausfliegen.

AFP/ HO

Khartum/Rom - Ihr Fall sorgt seit Wochen für Empörung: Weil sie einen Christen geheiratet hat, wurde die 26-jährige Mariam Yahya Ibrahim im Sudan zum Tode durch den Strang verurteilt. Denn nach sudanesischem Recht war sie durch die Heirat vom islamischen Glauben abgefallen. Am Donnerstag kam die Rettung für die Frau: Sie durfte nach Italien ausreisen. In Begleitung des italienischen Vizeaußenministers Lapo Pistelli traf sie mit ihrer Familie in Rom ein.

Die Sudanesin war nach Todesdrohungen in die US-Botschaft in der Hauptstadt Khartum geflüchtet. Sie war zuvor aus einem Gefängnis freigekommen, nachdem ein Berufungsgericht das Todesurteil gegen sie aufgehoben hatte. Danach war sie aber am Flughafen von Khartum erneut festgenommen worden, als sie zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden kleinen Kindern in die USA ausreisen wollte.

Laut der sudanesischen Auslegung des islamischen Rechts der Scharia darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als Ehebruch gewertet. Mariam Yahya Ibrahim wurde von ihrer äthiopischen Mutter im christlich-orthodoxen Glauben erzogen, nachdem ihr muslimischer Vater die Familie verlassen hatte, als sie fünf Jahre alt war. Im Sudan gelten Kinder eines muslimischen Vaters jedoch automatisch als Muslime, der Übertritt zu einem anderen Glauben ist verboten. Nach Angaben des römisch-katholischen Erzbistums von Khartum trat die Frau kurz vor ihrer Heirat zum Katholizismus über.

als/Reuters



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