Annäherungspolitik Süd- und Nordkorea richten gemeinsames Verbindungsbüro ein

Ständiger Austausch statt Fax und Telefon: Kurz vor dem nächsten Gipfeltreffen haben Süd- und Nordkorea ein Kommunikationsbüro an der Ländergrenze eröffnet. Es gilt als weiteres Zeichen der Entspannung.

Büro im nordkoreanischen Kaesong
REUTERS

Büro im nordkoreanischen Kaesong


Es soll einen permanenten Kommunikationskanal zwischen den Regierungen schaffen: Nord- und Südkorea haben im nordkoreanischen Kaesong nahe der Grenze ein Verbindungsbüro eröffnet. Beide Länder sind derzeit bemüht, ihre Beziehungen zu verbessern.

In der kommenden Woche soll das dritte Gipfeltreffen in diesem Jahr zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In stattfinden.

"Beide Seiten sind jetzt in der Lage, einen großen Schritt voran zu tun bei den Themen Frieden, Wohlstand und Vereinigung auf der koreanischen Halbinsel, indem sie über auftretende Probleme schnell und offen beraten können", sagte Ri Son Gwon, Leiter der nordkoreanischen Delegation. Früher kommunizierten die beiden Staaten per Fax und über spezielle Telefonleitungen. Jetzt könnten sie "direkt 24 Stunden, 365 Tage" sprechen, sagte Südkoreas Minister für Wiedervereinigung, Cho Myoung Gyon.

An der Stelle des Büros befand sich früher ein Gewerbepark, in dem südkoreanische Firmen Produktionslinien mit nordkoreanischen Arbeitern betrieben. Das Industriegebiet, einst ein Vorzeigemodell innerkoreanischer Entspannung, wurde im Februar 2016 geschlossen, nachdem Nordkorea seinen vierten Atomtest ausgeführt hatte.

Im April hatten sich Kim und Moon im Grenzort Panmunjom getroffen. Dabei sagte Nordkoreas Machthaber zu, auf der koreanischen Halbinsel abrüsten zu wollen. Pjöngjang hat dies mehrfach bekräftigt. Es gab aber bisher keine konkreten Zusagen.

mho/Reuters



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