Trauer in Südafrika 70 Staatschefs nehmen von Mandela Abschied

Zehntausende Menschen werden zur offiziellen Trauerfeier von Nelson Mandela in Johannesburg erwartet. Mehr als 70 Staats- und Regierungschefs werden am Dienstag anwesend sein, um des "größten Sohns der Nation" zu gedenken. Zwei hochrangige Vertreter werden jedoch fehlen.

Südafrikaner trauern in Johannesburg um ihr Idol Mandela:  Die Gedenkfeiern dauern bis Montag
AP/dpa

Südafrikaner trauern in Johannesburg um ihr Idol Mandela: Die Gedenkfeiern dauern bis Montag


Johannesburg - Es wird die zentrale Gedenkfeier für Nelson Mandela. Mehr als 70 amtierende und zehn ehemalige Staats- und Regierungschefs werden am Dienstag im größten Fußballstadion Südafrikas des ersten schwarzen Präsidenten des Landes gedenken. "Die ganze Welt kommt im wahrsten Sinne des Wortes nach Südafrika", sagte ein Sprecher des südafrikanischen Außenministeriums.

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Heft 50/2013
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Anreisen werden der französische Präsident François Hollande, der britische Premierminister David Cameron, mit ihm Prinz Charles. Deutschland wird von Bundespräsident Joachim Gauck vertreten sein. Angela Merkel will sich am Montagnachmittag in das offizielle Kondolenzbuch in der südafrikanischen Botschaft in Berlin eintragen.

Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Ratspräsident Herman Van Rompuy werden als offizielle Vertreter der Europäischen Union nach Johannesburg anreisen. Zu den Staatsgästen zählen ebenfalls US-Präsident Barack Obama mit seiner Ehefrau Michelle, Ex-Präsident Jimmy Carter, der kubanische Präsident Raúl Castro, Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon.

Absagen kamen vom Dalai Lama und aus Israel. Regierungschef Benjamin Netanjahu wird aufgrund der hohen Reisekosten nicht an der Trauerfeier teilnehmen, wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete. Schon ein Flug mit der nationalen Fluglinie El Al würde demnach Kosten von umgerechnet 600.000 Euro verursachen, hinzu kämen die Kosten für das erforderliche Sicherheitspersonal. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat angekündigt, er werde am Dienstag an den Trauerfeierlichkeiten für Mandela in Johannesburg teilnehmen.

Ein Sprecher des Dalai Lama sagte, es sei dem religiösen Oberhaupt der Tibeter "aus logistischen Gründen" nicht möglich, zu dieser Zeit nach Südafrika zu reisen.

Die Trauerfeier in Johannesburg wird außerdem an 90 Orten im Land auf Großleinwänden für die Öffentlichkeit übertragen. Ab Dienstag wird Mandelas Leichnam im Unionsgebäude in der Hauptstadt Pretoria drei Tage lang aufgebahrt.

Zur Beisetzung am Sonntag in seiner Heimat Qunu am Ostkap werden etwa 9000 Trauergäste erwartet. Die Gedenkveranstaltungen für den "größten Sohn der Nation", wie Präsident Jacob Zuma Mandela nannte, sollen bis zum kommenden Montag dauern.

cth/dpa/AFP/AP



insgesamt 9 Beiträge
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pharaodream 09.12.2013
1. Südafrika
Zitat von sysopAP/dpaZehntausende Menschen werden zur offiziellen Trauerfeier von Nelson Mandela in Johannesburg erwartet. Mehr als 70 Staats-und Regierungschefs werden am Dienstag anwesend sein, um des "größten Sohns der Nation" zu gedenken. Zwei hochrangige Vertreter werden jedoch fehlen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/suedafrika-70-staatschefs-zu-mandelas-trauerfeier-erwartet-a-937966.html
...und die ganze Welt kommt.Der Regierungschef Benjamin Netanjahu kann es sich finanziell nicht leisten zu kommen ? Was für eine Schande !.....Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kann es sich leisten und kommt.Was für ein Unterschied.
Faceoff 09.12.2013
2. Daumen in den Wind
Der bettelarme Netanjahu könnte ja mal beim steinreichen Abbas anklopfen, ob diese ihn mitnimmt. Also raus auf die Rollbahn und Daumen in den Wind gehalten :-) . Dass ein Netanjahu Probleme damit hat, einen Anti-Apartheidskämpfer die letzte Ehre zu erweisen, wundert mich nicht. Und: Israel hat in Südafrika eine mehr als zweifelhafte Rolle gespielt und mit dem Apartheidsregime keine Berührungsängst gehabt. So versuchte Israel sogar, dem Apartheidsregime Atomwaffen zu verkaufen und hat Südafrika schließlich beim Bau der Atombombe geholfen: Nukleardeal mit Südafrika: Israel soll Apartheid-Regime Atombomben angeboten haben - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/nukleardeal-mit-suedafrika-israel-soll-apartheid-regime-atombomben-angeboten-haben-a-696467.html) .
spon-facebook-10000669324 09.12.2013
3. Welche Schande
Ich wundere mich gerade, oder eigentlich doch nicht! Zur Trauerfeier Nelson Mandelas reisen viele, sehr viele politische Trauergäste an, u. a. der amtierende US-Präsident und seine zwei Amtsvorgänger. Aus Deutschland ist es gerade mal Herr Gauck. Worüber ich mich denn doch nicht wundere: daß es Frau Merkel einmal wieder nicht für nötig hält, ihren dicken Allerwertesten in Bewegung zu setzen, den schafft sie gerade mal in die südafrikanische Botschaft, um sich ins Kondolenzbuch einzutragen; ist ja auch weit weniger mühsam! Wieder ein Fauxpas mehr der holden Kanzlerin. Wie armselig und beschämend!
robert.c.jesse 09.12.2013
4. Mein Wunsch(denken)
Würden die "Selbstherrlichen Mächtigen" sich ein Beispiel an diesen großen Mann nehmen, dann wäre die Welt um Vieles besser. Die Beiden prominenten Abwesenden, Merkel und Netanjahu, sind wohl ein beschämendes Beispiel von Allen die da kommen. Aber so macht man Schlagzeilen. Wenn auch negative.
spon-1280943165745 09.12.2013
5. persönliche erunglimpfungen
Zitat von spon-facebook-10000669324Ich wundere mich gerade, oder eigentlich doch nicht! Zur Trauerfeier Nelson Mandelas reisen viele, sehr viele politische Trauergäste an, u. a. der amtierende US-Präsident und seine zwei Amtsvorgänger. Aus Deutschland ist es gerade mal Herr Gauck. Worüber ich mich denn doch nicht wundere: daß es Frau Merkel einmal wieder nicht für nötig hält, ihren dicken Allerwertesten in Bewegung zu setzen, den schafft sie gerade mal in die südafrikanische Botschaft, um sich ins Kondolenzbuch einzutragen; ist ja auch weit weniger mühsam! Wieder ein Fauxpas mehr der holden Kanzlerin. Wie armselig und beschämend!
Sie haben ja recht auch Merkel sollte nach JNB reisen. Aber ohne persönliche Verunglimpfungen wäre Ihr Beitrag besser.
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