Südafrika Präsident Zuma übersteht Misstrauensvotum im Parlament

Jacob Zuma bleibt Präsident Südafrikas: Das Parlament stimmte in einer Abstimmung gegen die Absetzung des umstrittenen Staatschefs. Der steht wegen Korruptionsvorwürfen seit Monaten unter Druck.


Im südafrikanischen Parlament ist ein Misstrauensantrag der Opposition gegen PräsidentJacob Zuma gescheitert. Obwohl in der geheimen Wahl am Dienstag offensichtlich auch Abgeordnete der Regierungspartei ANC gegen Zuma stimmten, verfehlte die Opposition die notwendigen 201 Stimmen.

Nach Angaben von Parlamentspräsidentin Baleka Mbete stimmten 198 Abgeordnete gegen den Antrag, 177 unterstützten ihn, neun enthielten sich. Damit bleibt der unter Korruptionsverdacht stehende Präsident im Amt.

Der Staatschef steht seit Monaten unter großem Druck. Das Volk, die Opposition und sogar Leute aus den eigenen Reihen forderten schon seinen Rücktritt wegen zahlreicher Korruptionsaffären, mieser Wirtschaftsdaten und einer erratischen Personalpolitik. Bereits im vergangenen November überstand Zuma ein Misstrauensvotum.

Eingebracht hat den Antrag die größte Oppositionspartei im Parlament, die Democratic Alliance (DA). Mit Spannung war besonders die Abstimmung der 249 ANC-Abgeordneten beobachtet worden. Sie haben im 400 Sitze starken Parlament eine klare Mehrheit - doch die Front der Zuma-Unterstützer bröckelt. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht vollends.

Überteuerte Infrastrukturgeschäfte mit Gupta-Familie

Zuletzt hatte die angesehene Zeitung "Daily Maverick" E-Mails veröffentlicht, die die Beziehungen zwischen Zuma und der befreundeten Familie Gupta offenlegte. Die Guptas sind in beinahe allen südafrikanischen Wirtschaftsbereichen aktiv, vom Bergbau bis ins Mediengeschäft. Mit weit überteuerten Infrastrukturgeschäften sollen die Guptas mit Wissen Zumas den Staat um Millionen Rand betrogen haben. Die Familie des Multimillionärs Atul Gupta und der Präsident weisen die Anschuldigungen zurück.

mho/dpa/AFP



insgesamt 11 Beiträge
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Augustusrex 08.08.2017
1. Passt
Der Mann passt zu afrikanischen "Demokratien" wie die Faust aufs Auge. Klar, es sind sicher nicht alle so, jedoch viel zu viele.
hugahuga 08.08.2017
2.
Noch mal Glück gehabt - aus der Sicht von Zuma. Aber - dauerhafte Korruption durch Regierende lassen sich immer wenige Völker gefallen. Von daher mag ich nur an einen Aufschub der Absetzung glauben.
heinihuckeduster 08.08.2017
3. Die Anzahl der Zuma-Unterstützer im ANC
bröckelt. Und der Rückhalt in der Bevölkerung schwindet dahin, wie Schnee auf den Hottentots Holland unter südafrikanischer Sonne. Das gbt Hoffnung für die nächsten Wahlen.
vish 08.08.2017
4. Traurig...
... dass das Post- Apartheid Südafrika so viele der Vorurteile der weißen Unterdrücker bestätigt. Es gibt wenige Länder, die eine gute Regierung so sehr verdient hätten, aber auch wenige, wo aus einer so beispiellosen Chance so wenig gemacht worden ist. Afrika - so reich und doch so arm.
hansriedl 08.08.2017
5. Mehrheit der Parlamentarier stimmt bei Misstrauensvotum für
für Jacob Zuma. Er ist der Mann, an dem partout nichts hängen bleibt. Jacob Zuma ist wohl einer der am gründlichsten korrumpierten Staatschefs der Gegenwart. Die Skandale sind zahllos. Und trotzdem hat Südafrikas Präsident sämtliche Affären überstanden, einschließlich der sieben von der Opposition im Parlament eingebrachten Misstrauensvoten vor jenem am Dienstag. Die Abgeordneten sind für ein weiter so, auch sie wollen weiter am Volksvermögen naschen.
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