Südafrika Mehrere Tote bei Gewerkschaftsstreit in britischer Mine

In Südafrika eskaliert ein Streit zwischen mehreren Gewerkschaften: Arbeiter einer Platinmine lieferten sich gewalttätige Auseinandersetzungen, mindestens neun Menschen starben. Der Aktienkurs des britischen Bergbauunternehmens fiel.


Johannesburg - Anhaltende Proteste in einer Platinmine in Südafrika haben mindestens neun Menschen das Leben gekostet. Die Ausschreitungen konzentrieren sich auf eine Mine des britischen Bergbauunternehmens Lonmin PLC nahe der Stadt Marikana etwa 70 Kilometer von Johannesburg entfernt.

Die Proteste begannen am Freitag, als 3000 Arbeiter aufgrund eines gewerkschaftsinternen Konflikts ihren Arbeitsplatz verließen. Bei dem Streit geht es unter anderem um die Abwerbung von Mitgliedern und um Lohnforderungen. Mitarbeiter, die zur Mine gehen wollten, wurden von Anhängern einer anderen Gewerkschaft verletzt.

Am Montag eskalierte der Konflikt zwischen drei Gewerkschaften. Eine aufgebrachte Gruppe Protestler habe der Polizei zufolge Beamte überwältigt und sich deren Waffen bemächtigt. Polizisten haben daraufhin offenbar das Feuer eröffnet und mehrere Menschen erschossen. Unter den Toten seien auch zwei Beamte, ein dritter befindet sich in kritischem Zustand. Sie seien von der Menge mit Macheten angegriffen worden.

Die Mine sei derzeit geschlossen, sagte der Sprecher einer Gewerkschaft. Die Situation sei angespannt. Laut Nachrichtenagentur Reuters sei der Betrieb eingeschränkt. Der Aktienkurs in London fiel daraufhin um mehr als 1,5 Prozent.

Bereits im Januar war es zu ähnlichen gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Daraufhin war eine Mine von Impala Platinum für sechs Wochen geschlossen worden. Der Bergbau in Südafrika ist ohnehin geschwächt, seit Jahrzehnten fehlt es an Investitionen.

lgr/Reuters/AP



© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.