Marikana - Seit einer knappen Woche streiken Tausende Arbeiter einer Platinmine in Südafrika, dabei geht es vor allem um Differenzen zwischen zwei Gewerkschaften: Sie streiten, wer mit dem Minenbesitzer über Löhne verhandeln soll. Am Donnerstag ist die Polizei gegen die Streikenden vorgegangen - mit Schusswaffen.
Augenzeugen berichteten von zahlreichen blutenden Körpern, die am Boden lagen. Die nationale Nachrichtenagentur Sapa meldete 18 Opfer, bei BBC News war unter Berufung auf Augenzeugen zunächst von mindestens sieben Toten die Rede. Zu dem Zwischenfall mit den rund 3000 Arbeitern sei es gekommen, als die Polizisten Stacheldraht-Barrikaden errichten wollten. Dies berichtete ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur Reuters. Die Polizei hat bisher keine Angaben gemacht.
Am Donnerstagmorgen hatte der Minenbetreiber Lonmin angekündigt, auf streikende Arbeiter schießen zu wollen, sollten diese am Freitag nicht zu ihren Schichten antreten. "Sie sind nach wie vor bewaffnet und nicht an ihrem Arbeitsplatz", heißt es in einer Mitteilung. "Das ist illegal."
Bei den anhaltenden Protesten sind in den vergangenen Tagen bereits zehn Menschen gestorben, darunter zwei Polizisten. Die Ausschreitungen konzentrieren sich auf eine Mine des britischen Bergbauunternehmens Lonmin PLC nahe der Stadt Marikana etwa 70 Kilometer von Johannesburg entfernt. Es handelt sich um einen der größten Platinproduzenten der Welt.
Produktion im ganzen Land eingestellt
Die Proteste begannen am vergangenen Freitag, als 3000 Arbeiter aufgrund eines gewerkschaftsinternen Konflikts ihren Arbeitsplatz verließen. Bei dem Streit geht es unter anderem um die Abwerbung von Mitgliedern und um Lohnforderungen. Mitarbeiter, die zur Mine gehen wollten, wurden von Anhängern einer anderen Gewerkschaft verletzt.
Die Unruhen haben den Minenbetreiber Lonmin gezwungen, die Produktion im ganzen Land einzustellen. Dies entspricht zwölf Prozent der Welt-Platinproduktion. Das Unternehmen teilte mit, es werde seine Produktionsziele für das Gesamtjahr verfehlen.
Bereits im Januar war es zu ähnlichen gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Daraufhin war eine Mine von Impala Platinum für sechs Wochen geschlossen worden. Der Bergbau in Südafrika ist ohnehin geschwächt, seit Jahrzehnten fehlt es an Investitionen.
aar/Reuters/AP
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