Südafrika: Präsident Zuma als ANC-Chef wiedergewählt

Er steht wegen Misswirtschaft und Korruption in der Kritik: Südafrikas Staatschef Jacob Zuma hat die Wahl zum Vorsitzenden der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress dennoch deutlich für sich entschieden. Er wird den ANC wohl auch in den Präsidentschaftswahlkampf 2014 führen.

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Präsident Jacob Zuma: Viele Skandale überlebt

Kapstadt - Südafrikas Präsident Jacob Zuma ist wieder zum Vorsitzenden des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) gewählt worden. Er habe 2983 Stimmer bekommen, verkündete die Wahlkommission auf dem ANC-Parteitag am Dienstag in Mangaung. Zumas Herausforderer, Vizepräsident Kgalema Motlanthe, erhielt demnach 991 Stimmen und unterlag damit deutlich.

Als ANC-Chef wird Zuma auch für eine zweite Amtszeit als Staatspräsident kandidieren. Dank der Treue der schwarzen Wähler scheint der Machterhalt der 100 Jahre alten Organisation und damit die Wiederwahl Zumas 2014 sicher zu sein.

Der ANC dominiert Südafrikas Politik seit Ende des rassistischen Apartheidsystems 1994. Seit dem Ende der Apartheid im Jahr 1994 stellte die frühere Untergrundpartei stets den Staatschef. Motlanthe lehnte es zuletzt ab, weiterhin ANC-Vizechef zu bleiben.

Allerdings steht Zuma wegen Misswirtschaft und Korruption in der Kritik. Er hat bereits viele Skandale überlebt. 2005 wurde er nach sechs Jahren als Vizepräsident vom damaligen Staatschef Thabo Mbeki entlassen. Zumas Finanzberater war in korrupte Rüstungsgeschäfte verwickelt. Zuma selbst musste sich oft Korruptionsvorwürfen stellen. Der 70-Jährige stand auch wegen Vergewaltigung vor Gericht. Jüngst wurde er beschuldigt, mit Steuergeld sein Privatanwesen luxuriös ausgebaut zu haben. Seine weitläufige Familie soll 80 Unternehmen besitzen, die oft Staatsaufträge bekommen. Wie die meisten ANC-Spitzenpolitiker gilt Zuma selbst auch als reich.

Zumas Versprechen, Massenarmut und Arbeitslosigkeit zu mildern, ist bisher kaum von Erfolg gekrönt. In seiner Amtszeit gab es das schlimmste Polizeimassaker seit Ende der Apartheid. Dabei wurden im August in Marikana 34 streikende Bergarbeiter erschossen.

heb/dpa/AFP

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1. wenn ich jetzt sagen würde was ich denke
dr.warkus 18.12.2012
auch unsere Politiker sind korrupt bis in die Knochen. sie sind aber intelligent und "bescheiden" genug, das nicht soo augenscheinlich werden zu lassen, wie solche dummdreist-kriminellen Kreaturen wie Zuma und Co.
2.
testthewest 18.12.2012
Zitat von dr.warkusauch unsere Politiker sind korrupt bis in die Knochen. sie sind aber intelligent und "bescheiden" genug, das nicht soo augenscheinlich werden zu lassen, wie solche dummdreist-kriminellen Kreaturen wie Zuma und Co.
Keiner der Politiker hat eine so große Familie die "versorgt" werden will wie Zuma. Kein europäischer Politiker hat dermassen eine Machtgarantie wie Zuma. Wenn wir uns an Wulff erinnern, hat er einen zu günstigen Kredit über 500.000€ erschwindelt. Ich glaube Zuma würde das noch nichtmal merken, solche Peanuts. Hoffentlich, hoffentlich wacht der schwarze Wähler langsam auf. Für eine Demokratie ist eine Dauerherrschaft einer Partei Gift, und der ANC hat schon lange nicht mehr ihre Interessen im Blick - sonder wird mehr und mehr zum despotischen Selbstbereicherungssystem. Wenn nicht bald was passiert, ist es vielleicht mit der Demokratie vorbei.
3. nicht ganz worst case
Lagenorhynchus 18.12.2012
Zuma & Co bestätigen nicht die Alarmisten, die Südafrika seinerzeit nach dem Ende der Apartheit einen schnellen Niedergang prophezeit hatten. Die weiter denkenden Realisten hingegen, die in der Wirtschaft oft schon seit den siebzigern gemerkt hatten, dass das Apartheitssystem schlicht unproduktiv ist (über ethische Aspekte haben viele dort damals bewusst wenig geredet), behalten leider gerade recht. Südafrika geht "downhill", aufgrund von reichlichen Ressourcen in Zeitlupe...
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