Südafrika Rassistenführer Terre Blanche auf seiner Farm erschlagen

Die Täter kamen mit Machete und Schlagstock: Eugene Terre Blanche, der Führer der südafrikanischen Burengruppierung "Afrikaner Weerstandsbeweging", ist tot, ermordet auf seiner Farm. Angeblich hatte er zwei Bedienstete nicht bezahlt - sie überraschten ihn im Schlaf.

Terre Blanche 2004 mit Fahne seiner Partei: "Er sah nicht mehr aus wie er selbst"
AFP

Terre Blanche 2004 mit Fahne seiner Partei: "Er sah nicht mehr aus wie er selbst"


Kapstadt - Terre Blanche wurde auf seiner Farm ungefähr zehn Kilometer nordwestlich von Ventersdorp brutal ermordet. Lokalen Medien zufolge wurde der 69-jährige Führer der rechtsextremen südafrikanischen Burengruppierung "Afrikaner Weerstandsbeweging" (AWB) von zwei 21- und 15-jährigen Mitarbeitern gegen 18 Uhr Ortszeit angegriffen.

Offenbar wurde er im Schlaf überrascht. Der Attacke sei ein Streit um die Löhne der beiden Angestellten vorausgegangen. Angeblich seien sie von Terre Blanche nicht für ihre Arbeit bezahlt worden. Die beiden Männer wurden laut Polizeiangaben festgenommen.

Eugene Terre Blanche kämpfte in den neunziger Jahren für das Bestehen der Apartheid in Südafrika. Zuletzt setze er sich für die Schaffung von "weißen" Enklaven in Südafrika ein, in denen Schwarze nur als Gastarbeiter zugelassen sein sollten.

Der 69-Jährige wurde laut Polizei mit schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen in seinem Bett gefunden. Daneben habe ein Schlagstock und eine Machete gelegen. Laut lokalen Medienberichten habe er noch gelebt, als er gefunden wurde, sei aber später seinen schweren Verletzungen erlegen.

Ein Kollege von Terre Blanche, André Visagie, wird in Zeitungsberichten mit den Worten zitiert, "Eugene sah nicht mehr aus wie er selbst". Laut Visagie sei Terre Blanches einziger Schutz zwei Hunde gewesen, die anscheinend von den Angreifern "kaltgestellt" wurden.

lgr/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
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parisian 04.04.2010
1. nie
Terreblanche würde übrigens aus dem französischen übersetzt "Weisse Erde" heissen. War das ein Pseudonym? Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
arialds_blog 04.04.2010
2. Die Rache der Unterdrückten
Zwei Hunde sind ein absolut unzureichender Schutz im heutigen Südafrika. Wer Coetzees "Disgrace" gelesen hat weiss wovon ich spreche. Selbst wenn es nur um den Lohn gegangen sein sollte, so wird an der Brutalität der Vorgehensweise der aufgestaute Hass deutlich. Weisse leben gefährlich im heutigen Südafrika. Nicht umsonst verschanzt man sich hinter Elektrozäunen. Wer zur WM fährt kann sich auf so manches Abenteuer gefasst machen!
fallobst24 04.04.2010
3. die wichtigste information fehlt (wie so oft)
waren die beiden mörder jetzt schwarz oder weiß? denn wenn sie schwarz sind, wird dieser verein einen regen zulauf haben. dann wird das nicht ein mord wegen geld, sondern als rassenmord ausgelegt werden von den rechten und es wird dann ausgeschlachtet werden. wenn es 2 weiße waren, wird es als mord zu den akten gehen und keinen besonderen einfluss auf die politik südafrikas haben. in dem zusammenhang sei an den mord eines politikers des rechten lagers in den niederlanden (allerdings war er schwul und auch sonst mehr als ein dummer rechter, wenn ich mich recht erinnere)um das jahr 2000/01 erinnert. begangen wurde der mord von einem fanatischen tierschützer und bescherte der partei des ermordeten bei den anstehenden wahlen sehr gute ergebnisse. insofern wäre die hautfarbe der mörder eigentlich die wichtigste information...
Lucius Voldemort, 04.04.2010
4. Dazu muss man kein Rassistenführer sein.
Selbst hier, in der angeblich so touristenfreundlichen und zivilisierten Dominikanischen Republik, passiert so etwas immer wieder. Wegen belangloser Streitereien wird schnell zum Stock, Stein oder zur Machete gegriffen. Das sind dann meistens Haitianer, denn der zivilisierte Dominikaner nimmt gleich eine Schusswaffe, von der hier eine Unmenge legal und einen noch größere Menge illegal existieren. Ausländer wurden in letzter Zeit ermordet in: Puerto Plata, Sosua, Cabarete und gestern in Gaspar Hernandez. Immer gehen Streitereien mit Einheimischen voraus, meistens um Geld (was nicht immer korrekt gefordert wird). Der Dumme ist auf jeden Fall der Weiße Ausländer, entweder er zahlt direkt, oder zahlt mehr als normal da gaunerhafte Anwälte eingeschaltet werden oder er bekommt eins über den Schädel. Er kann sich aussuchen, was ihm lieber ist.
herrwurlitzer 04.04.2010
5. Ja ja...
Zitat von sysopDie Täter kamen mit Machete und Schlagstock: Eugene Terreblanche, der Führer der südafrikanischen Burengruppierung "Afrikaner Weerstandsbeweging", ist tot, ermordet auf seiner Farm. Angeblich hatte er zwei Bedienstete nicht bezahlt - sie überraschten ihn im Schlaf. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,687205,00.html
...die kleinen Sünden bestraft der liebe Gott sofort, Steuersünden dauern etwas länger...
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