Südchinesisches Meer China richtet sich auf den Spratly-Inseln häuslich ein

Im Südchinesischen Meer baut Peking seine militärische Präsenz weiter aus. Wie das Pentagon berichtet, lässt China die Spratly-Inseln mit Sandaufschüttung vergrößern, um Landebahnen und Kaianlagen anzulegen.

Spratly-Inseln (Foto vom 20. April 2015): Militärische Operationsbasen
REUTERS/ Armed Forces of the Philippines

Spratly-Inseln (Foto vom 20. April 2015): Militärische Operationsbasen


Mehr Land, mehr Macht: China baut die Infrastruktur auf den Riffen der Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer immer weiter aus. Um neues Land zu schaffen, lässt Peking Sand aus der Tiefe ausbaggern und anhäufen. Offenbar entstehen auf dem neu erschaffenen Gebiet Landebahnen für Flugzeuge und Kaianlagen für Schiffe. Waren es im Dezember noch 500 Anbauflächen, sind es mittlerweile bereits 2000, wie aus einem vom US-Verteidigungsministerium veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Doch auch Vietnam, Brunei und Taiwan beanspruchen Gebiete in der rohstoffreichen Meeresregion im Westen des Pazifiks. China hatte Ende vergangenen Jahres begonnen, fünf Inseln durch künstliche Landgewinnung um insgesamt etwa 200 Hektar zu vergrößern. Auf vier von ihnen werden Infrastrukturprojekte gebaut, wie es weiter in dem Bericht heißt.

Fotostrecke

4  Bilder
Satellitenbilder: Inselstreit im Südchinesischen Meer
"Es wird China ermöglichen, (diese Orte) als dauerhafte zivile und militärische Operationsbasen zu nutzen, die seine Präsenz in umstrittenen Gebieten bedeutend stärken", schrieben die Pentagon-Beamten in ihrem Jahresbericht zu China an den Kongress.

Im April erst hatte sich US-Admiral Harry Harris besorgt über das Vorgehen Chinas geäußert: "Mehr als drei Quadratkilometer künstliche Landmasse wurden auf lebenden Korallenriffen angelegt", sagte Harris auf einer Konferenz in Australien, wie der englische Nachrichtensender BBC berichtet hatte. "Die Region ist bekannt für die wunderschönen Inseln, und nun beschädigt China dort mit Planierraupen die Natur." Dies sei außerdem eine provokante Aktion gegenüber den umliegenden kleineren Staaten, die auch Anspruch auf das Territorium erheben.

SPIEGEL ONLINE

Die Volksrepublik beansprucht weite Teile des Südchinesischen Meers für sich, auch Regionen vor den Küsten von Nachbarländern. China beruft sich auf "historische Rechte", die es zunehmend aggressiv durchsetzen will. Bereits in den vergangenen Monaten tauchten immer wieder Bilder von künstlichen Inseln im Meer auf. Der Konflikt mit Vietnam spitzte sich im Mai vergangenen Jahres zu, als Peking eine Tiefseebohrinsel vor die weiter nördlich gelegene Paracel-Inselgruppe verlegte.

Mit Japan liegt China wiederum seit Jahren im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Um Stärke zu zeigen, schickt China immer wieder Schiffe in das Gebiet.

kha/dpa/Reuters

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ichsagemal 09.05.2015
1.
...wer mag China ernsthaft stoppen? Niemand! 'Go west' hat sich überlebt. Jetzt liegen die Nuggets im Osten Wir werden uns daran gewöhnen (müssen)!
bligen 09.05.2015
2. Schicke Satelitenbilder
Die errinnern mich stark an die unwiderlegbaren Satelitenbilder bei der MH17 Katastrophe. Ein Affront gegenüber den Hintebliebenen sondergleichen.
juergw. 09.05.2015
3. Frau Kanzlerin Merkel ,handeln Sie !
Sanktionen verhängen gegen die Volksrepublik China. Ab sofort ein Importverbot für alle Waren aus China,bis die Inseln geräumt werden.Dann wird es zwar leerer in den Läden,aber die Westlichen Werte müssen doch verteidigt werden..
managerbraut 09.05.2015
4. Richtig so!
Die USA haben in diesen Regionen absolut nichts zu suchen. Asien gehört, wenn den Anreinerstaaten um das chinesische Meer und niemals den USA! Vielleicht sollte China seine Marine vor den Küsten der USA schicken und stationieren, wie Manöver abhalten. China und Russland als Militär Bündnispartner wachsen zur Welt größten militärischen Supermacht heran. Es wird nur noch wenige Jahre brauchen, dann werden China - Russland im Bündnis die USA aus der Region vertreiben und auch vor militärischer Gewalt angesichts derer Überlegenheit nicht zurück schrecken. Diese Entwicklung in der Region zeichnet heute bereits für die Zukunft ab. China - Russland werden die USA als Weltpolizei und militärische Bedrohung vor ihrer Haustür nicht mehr akzeptieren und die USA aus der Region zurück zwingen.
bescheuert 09.05.2015
5. Will sich die USA auch mit China
anlegen? Da beißt er doch lieber als, Ausweichhhandlung die Russen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.