Südchinesisches Meer China baut offenbar seine Militärstützpunkte aus

Im Streit um die Inseln im Südchinesischen Meer schafft China offenbar weiter Fakten: Neue Satellitenaufnahmen sollen zeigen, wie die Volksrepublik dort unter anderem Flugzeughangar und Radaranlagen baut.

Satellitenbild von Fiery Cross Reef
CSIS/AMTI/Digital Globe/REUTERS

Satellitenbild von Fiery Cross Reef


China hat offenbar seit Beginn dieses Jahres seine Militärstützpunkte im Südchinesischen Meer weiter ausgebaut. Das sollen neue Satellitenaufnahmen zeigen, die die Asia Maritime Transparency Initiative (Amti) in Washington veröffentlichte. Auf den Bildern sind laut der Organisation neue Flugzeughangar, unterirdische Lager, Radaranlagen und andere Einrichtungen zu erkennen.

28 Hektar seien in diesem Jahr auf den Spratly- und Paracel-Inseln mit zusätzlicher Infrastruktur bebaut worden, heißt es von Amti. Am meisten sei auf dem Fiery Cross Reef gebaut worden, einem Atoll der Spratly-Inseln: Dort wurden den Angaben zufolge unter anderem größere Hanger fertiggestellt und im Süden ein unterirdisches Lager, das sehr wahrscheinlich für Munition gedacht sei.

Im Gebiet der von mehreren asiatischen Ländern beanspruchten Spratlys lässt die chinesische Regierung schon seit Längerem künstliche Inseln aufschütten, um Hafenanlagen und Flugplätze zu bauen. Die USA werfen Peking vor, auf den auf Korallenriffen entstehenden Inseln vor allem militärisch nutzbare Einrichtungen wie Landepisten, Radartürme, Bunker und Geschützstellungen anzulegen.

Die umstrittene Inselgruppe
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Die umstrittene Inselgruppe

Das Südchinesische Meer gehört zum Pazifischen Ozean und liegt südlich von China zwischen Vietnam, Malaysia und den Philippinen. China beansprucht 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen rohstoffreichen Gebietes, durch das auch ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs geht. Handelswaren im Wert von mehr als fünf Billionen US-Dollar werden jährlich durch das Südchinesische Meer verschifft (mehr zu den Hintergründen des Inselstreits lesen Sie hier).

Im November hatten sich Peking sowie die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean) auf die Aufnahme von Verhandlungen geeinigt, um zu einer friedlichen Beilegung des seit Jahren andauernden Streits zu kommen.

aar/dpa

insgesamt 45 Beiträge
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KingTut 15.12.2017
1. Rücksichtslos
Der chinesischen Führung ist nichts heilig, schon gar nicht die Umwelt - in diesem Fall Jahrmillionen alte Korallenriffe -, die durch diese Aktionen unwiderbringlich zerstört werden. Davon abgesehen zeigt dieses rigorose Vorgehen durch eine Staatsführung, der jegliche Legitimation durch das eigenen Volk fehlt, dass man ausschließlich auf das Recht des Stärkeren setzt und sich dabei um die Befindlichkeiten der Nachbarn nicht schert. Sie werden rücksichtslos überrumpelt Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass Chinas verängstigte Nachbarn keine andere Möglichkeit sehen, als den Schutz der Vereinigten Staaten zu suchen. Es ist ein Jammer: China hätte alle Macht der Welt, diese Region als moralische Instanz, vor dem sich niemand fürchten muss, in eine friedvolle Zukunft zu führen. Leider haben sie sich für den anderen Weg entschieden, und das lässt einen nur noch sorgenvoll in die Zukunft blicken.
falke34 15.12.2017
2. Internationales Recht nichts mehr Wert
Nachdem Jerusalem durch die USA völkerrechtswidrig als Hauptstadt Israels anerkannt wurde, wird es in Zukunft für den Westen sehr schwierig werden sich gerade auf dieses Recht zu berufen. Und wenn es um das Recht des Stärkeren geht, wird die Position von Ländern wie China oder Russland in Zukunft immer besser werden. Wir steuern dank Trump auf stürmische Zeiten zu.
fr8train 15.12.2017
3.
Die ASEAN Konferenz diesbezüglich ist doch jetzt schon ein Witz und zum scheitern Verurteilt! China schafft derzeit, unter der Scharade sich (vielleicht) in vielen, vielen Monaten zu treffen und dort "freundschaftliche Gespräche" führen zu wollen, dort vollendete Tatsachen! In einigen Monaten heißt es dann wieder "Chinesen siedeln seit Jahrhunderten dort" obwohl das Riff erst vor wenigen Monaten in internationalen Gewässern aufgeschüttet wurde.... "Friedliche Beilegung" von Streitfällen bedeutet für die Gelben Führer in China , SIE bekommen ALLES was Sie wollen und der Gegenpart macht gefälligst demütigst den Kotau! Und entschuldigt sich anschließend natürlich noch dafür das gelbe Reich und seine Übermenschen mit seiner minderen Existenz belästigt zu haben.... Ich finde es wird Zeit in gemeinsamer, falls nötig weltweiter, Anstrengung China ein für alle mal zu zerlegen, bevor es der Welt selbst den blödesten und blindesten Bürgern hier sein wahres Gesicht zeigt! Die Leute in Westeuropa und Bewohner der US Küstenmetropolen sind leider einfach viel zu Dumm und geistig eingelullt um zu verstehen was für eine Bedrohung dieses China für unsere Kultur und Wertvorstellungen ist! Ich sage nur Punktesystem für "Bürger" ; besser trifft es wohl Drohne/ Staatssklave....
kuddemuddel 15.12.2017
4. Putzig
Die Amerikaner, die über den ganzen Erdball verteilt ihre Stützpunkte haben, werfen den Chinesen vor, dass sie sich in unmittelbarer Nähe zum Heimatland militärische Stützpunkte schaffen.
schlob 15.12.2017
5. Obama der Friedfertige würde gelassen zusehen
Obama der Friedfertige würde gelassen zusehen und mahnende Appelle versenden.Trump wird massiv werden -und dafür als Kriegstreiber beschimpft werden.Mir ist Trump lieber- der kann wichtig von unwichtig unterscheiden - zB 11 oder 14 x ist unwichtig.
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