Südchinesisches Meer China nennt Seemanöver der USA Provokation

Zwei US-amerikanische Kriegsschiffe fuhren durch das Südchinesische Meer. Das Außenministerium der Volksrepublik hat die Operation mit deutlichen Worten gerügt.

Woody Island, eine der Paracel-Inseln
AFP

Woody Island, eine der Paracel-Inseln


Die chinesische Regierung hat ein Seemanöver der USA kritisiert. Zwei Kriegsschiffe fuhren laut US-Medien in der Nähe der Paracel-Inseln, die China für sich beansprucht. Das sei eine "Provokation" hieß es in einem Statement des chinesischen Außenministeriums, über das die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet.

Die Aktion sei ein gravierender Verstoß gegen die chinesische Souveränität. Die Schiffe seien ohne Erlaubnis in die Gewässer eingedrungen. China schickte demnach Schiffe und Flugzeuge, um die US-Amerikaner zu warnen.

Das Manöver ist laut "Reuters" seit Monaten geplant, ähnliche Missionen seien Routine. Doch es findet zu einer sensiblen Zeit statt: Erst vor wenigen Tagen haben die USA China von einem internationalen Seemanöver ausgeladen. Der Grund: China ließ auf einer der Paracel-Inseln einen Langstreckenbomber landen - also in jenem Gebiet, in dem die US-Kriegsschiffe jetzt unterwegs waren.

Südchinesisches Meer: Umstrittene Inseln
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Südchinesisches Meer: Umstrittene Inseln

Ein Sprecher des Pentagons sagt dem Sender Fox, dass alle Operationen im Südchinesischen Meer im Einklang mit internationalem Recht erfolgten und demonstrierten, dass die USA überall dort fahre, wo es erlaubt sei. Unter dem Titel "Freedom of Navigation" fahren die USA immer wieder ähnliche Manöver.

Das Südchinesische Meer gehört zum Pazifischen Ozean und liegt südlich von China zwischen Vietnam, Malaysia und den Philippinen. China beansprucht 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer großen rohstoffreichen Gebiets, durch das auch ein Drittel des weltweiten Schiffsverkehrs geht.

Handelswaren im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar werden jährlich durch das Südchinesische Meer verschifft. (Mehr zu den Hintergründen des Inselstreits lesen Sie hier.)

jpz/Reuters



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