Südchinesisches Meer Russen und Chinesen starten Militärmanöver

Schiffe, U-Boote, Flugzeuge, Helikopter: Russland und China zeigen im Südchinesischen Meer gemeinsam Präsenz. Die Region ist auch für die USA von geostrategischem Interesse.

Chinesischer Bomber über dem Südchinesischen Meer (Archiv)
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Chinesischer Bomber über dem Südchinesischen Meer (Archiv)


China und Russland wollen von Montag an acht Tage lang gemeinsame Marinemanöver in der Südchinesischen See abhalten. Wie die chinesische Marine mitteilte, sollen die Übungen südlich der Provinz Guangdong stattfinden. An der Operation "Joint Sea 2016" sollen Schiffe, U-Boote, Flugzeuge sowie auf Schiffen stationierte Helikopter teilnehmen.

Erst vor zwei Monaten hatte der internationale Schiedsgerichtshof weitreichende chinesische Ansprüche in dem Seegebiet zurückgewiesen. China wird auch für die Umweltzerstörung in dem Gebiet gerügt. Doch das Land denkt nicht daran, sich zurückzuziehen. Bereits kurz nach dem Urteil gab es wieder die ersten Militärübungen östlich der Südspitze der südchinesischen Insel Hainan.

Nun mischt auch Russland mit. Dass China und Russland militärisch kooperieren, ist an sich nicht neu. Doch während die Staaten beim "Joint Sea"-Manöver 2014 nur im Ostchinesischen Meer Präsenz zeigten, wollen sie nun wieder im umstrittenen Südchinesischen Meer kreuzen. Geplant sind nach Militärangaben Verteidigungs-, Rettungs- und Anti-U-Boot-Operationen sowie Landungsoperationen auf Inseln.

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Südchinesisches Meer: Großes Seegebiet, viele Interessen

China bezeichnete die geplante Übung als Routine. Es gehe darum, die Zusammenarbeit beider Länder zu stärken, nicht darum, jemandem zu schaden. Beide Länder sind Veto-Mächte im Uno-Sicherheitsrat und haben - wie etwa im Syrienkrieg - ähnliche Ansichten. Vergangenes Jahr hielten sie bereits im Mittelmeer und vor Japan gemeinsame Manöver ab.

Yue Gang, ein früherer Oberst der chinesischen Volksbefreiungsarmee, verteidigte in der "South China Morning Post" die Übungen. Die Länder "verstehen, dass sie kooperieren müssen, nicht nur in Diplomatie und Politik, sondern auch beim Militär, um auf die Herausforderungen aus dem Westen antworten zu können." Peking und Moskau seien durch Washington zunehmend herausgefordert - im Südchinesischen Meer und auf der Krim.

Peking beansprucht in der chinesischen Südsee mehr als 80 Prozent des rohstoffreichen Gebietes, durch das wichtige Schifffahrtsstraßen gehen. Handelswaren im Wert von mehr als fünf Billionen US-Dollar werden jährlich durch das Südchinesische Meer verschifft. Brunei, Malaysia, die Philippinen, Taiwan und Vietnam erheben konkurrierende Ansprüche. China wiederum beschuldigt die USA, ihrerseits den Konflikt in der Region durch Militärpräsenz angeheizt zu haben. Die USA bestehen auf ihrem Recht, die Gewässer ungestört passieren zu dürfen.

Südchinesisches Meer: Umstrittene Inseln
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Südchinesisches Meer: Umstrittene Inseln

apr/Reuters

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SichtausChina 12.09.2016
1. Im Osten was Neues
Über 100 Jahre lang litt China an der Bedrohung und wiederholten Überfällen durch Russland und die Sovjetunion. In den letzten 2 Jahren haben sich die Beziehungen endlich zum Besseren gewendet. Die militärisch-wirtschaftliche Bedeutung von China-Russland ist kaum zu überschätzen und Frieden zwischen diesen beiden regionalen Großmächten ist ein wertvoller Anker der Stabilität. Russland hat zudem noch immer recht gute Beziehungen zu Vietnam, während China auf Kambodscha und Nordkorea relativ viel Einfluss hat. Die USA wird es nicht freuen, aber die Verdrängung der alten Großmacht aus dem Südostasiatischen Raum wird langfristig für mehr Stabilität sorgen, gerade auch vor dem Hintergrund der Islamisierung von Indonesien und Malaysia, welcher China mit viel Feingefühl begegnen wird, während die USA außer Shock-and-Awe noch immer sehr wenig zu bieten haben im Kampf gegen islamischen Terrorismus.
deutscher-spion 12.09.2016
2.
"Die Region ist auch für die USA von geostrategischem Interesse." Also verteidigt jedes Land nur seine eigene Interessen. Wobei diese Region nicht vor der USA Küste liegt und daher verstehe ich nicht aus welchem Grund USA ihr geopolitische Interessen in der Region haben darf?
Wunderläufer 12.09.2016
3. Fremdwörter
Selten über so viel Naivität gelacht "China mit viel Feingefühl". China ist, genau wie USA und Russland eine Großmacht, die ihre Ansprüche brutalst möglich durchzusetzen versucht.
mr.x-2000 12.09.2016
4.
Also die USA haben dort viele verbündete, deshalb sind sie dort aktiv. Zum größtenteils sogar militärische verbündete wo es einen Beistandspakt gibt. Schon klar das es einigen schwer fällt das zu verstehen, weil "ihr" Land sowas ja nicht in dieser Forum und Menge hat. Wartet mal ab bis China mit mehr Nachdruck auch Inseln beansprucht die Russland gehören. Die Chinesen warten nur ab bist Russland wirtschaftlich noch mehr von China abhängig ist. Denn dann wird es schwer für Russland. Eine Weltmacht und eine Regionalmacht begehen ein gemeinsames Manöver, Frage mich ob die Weltmacht China es leitet und die Regionalmacht Russland. Bin gespannt wenn die USA und ihre Verbündete in der Region auch ein so großes Manöver abhalten und was man dann wieder zu lesen bekommt.
INGXXL 12.09.2016
5. Wenn China und
Russland ihre Beziehungen verbessern ist das zunächst positiv. Die Gebietansprüche von China an seine Nachbarn ist für ein friedliches Zusammenleben sicherlich nicht hilfreich. Der eigentliche Störenfried in der Region ist aber Nordkorea. Den sollte China an die Kandare nehmen, z. B. wegen der Atombombentest kein Öl und Reis liefern.
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