Südchinesisches Meer USA werfen China Stationierung von Kampfjets vor

China rüstet offenbar im Südchinesischen Meer weiter auf. Nach US-Angaben hat Peking nach einem Luftabwehrsystem nun auch Kampfjets stationiert.


China hat im Streit um Gebietsansprüche Kampfjets auf einer Insel im Südchinesischen Meer stationiert. Das geht aus Beobachtungen des US-Geheimdienstes hervor, von denen der Fernsehsender "Fox News" berichtet. Es handelt sich demnach um das auch von Taiwan und Vietnam beanspruchte Woody Island.

Ein nicht näher genanntes Mitglied der US-Regierung bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters den Bericht des Fernsehsenders. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass dort chinesische Kampfjets gelandet seien.

Am Dienstag besuchte der chinesische Außenminister Wang Yi seinen amerikanischen Amtskollegen John Kerry in Washington. Wie jüngst auf Satellitenaufnahmen zu sehen war, hatte Peking auf dem Eiland in der vergangenen Woche Flugabwehrraketen stationiert. Diesen Schritt hatte Kerry scharf kritisiert und China eine Militarisierung des Seegebiets zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen vorgeworfen.

Satellitenaufnahme von Woody Island: Was plant Peking?
AP/ ImageSat International N.V.

Satellitenaufnahme von Woody Island: Was plant Peking?

Kerrys Kollege Wang hatte daraufhin Berichte über chinesische Luftabwehrraketen als "Hype" bezeichnet. China habe aber ohnehin das Recht zu einer "begrenzten und notwendigen Selbstverteidigung von Einrichtungen" auf den Inseln. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums warf "den Medien" allgemein vor, selektiv zu berichten und die chinesischen Truppenbewegungen aufzublasen. Auf chinesischem Gebiet dürfe Chinas Armee tun, was ihr beliebt.

Peking beansprucht 90 Prozent des Südchinesischen Meers für sich. Zu den 3,5 Millionen Quadratmetern zählen Inseln und Riffe der Spratly-Islands, die teils mehr als 800 Kilometer von der chinesischen Küste entfernt sind. Die philippinische Küste liegt hingegen nur etwa 220 Kilometer entfernt. Woody Island gehört zur Paracel-Inselgruppe, die seit über 40 Jahren unter Kontrolle Chinas steht, aber auch von Taiwan und Vietnam beansprucht wird.

Südchinesisches Meer: Umstrittene Landgewinnung
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Südchinesisches Meer: Umstrittene Landgewinnung

cht/Reuters/dpa

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insgesamt 56 Beiträge
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salomonh71d 24.02.2016
1. Oder im Umkehrschluss
"China wirft USA Stationierung von Kampfjets auf Flugzeugträgern und Stützpunkten vor" Seewege beschützt man durch eine starke Marine und Stützpunkte. China macht nur das, was auch die USA seit 1898 getan hat...
bronstin 24.02.2016
2.
Chinas täglicher Beitrag für den Frieden... alle Anrainer werden sich bedanken! Ein Land, das sich selbst als Reich der Mitte begreift (auch kulturell), sollte vielleicht etwas dezenter auftreten als briachial Fakten schaffen. Wenn das Schule macht, wird es schnell brenzlig auf dieser Welt.
vulcan 24.02.2016
3. Jaja...
...wo sich China in der Lage sieht, mit militärischen Mitteln Fakten zu schaffen - da tun sie's auch. Kann man hier prima sehen. Das lässt tief blicken. Glücklicherweise sind eher viele Pazifikanrainer in der Gegend eng mit den USA verbündet.
ForistGump2 24.02.2016
4. Das geht einfach gar nicht.
Chinesische Flugzeuge im Chinesischen Meer. Außer US-Flugzeugträgern hat dort niemand etwas zu suchen!
lupenreinerdemokrat 24.02.2016
5. Dreist, diese Chinesen....
Erdreisten sie sich doch glatt ein paar Kampfjets auf einem Stützpunkt im südchinesischen Meer zu stationieren, wo doch jeder - zumindest in der westlichen Wertegemeinschaft - weiß, dass diese Region zu den Interessengebieten der USA gehört. Wie jede andere Region dieser Erde. Daher regt man sich auch so über Putin auf, der ebenfalls noch nicht eingesehen hat, wer die Weltherrschaft innehat....
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