Konflikt mit dem Norden Südkorea erwägt Lockerung von Sanktionen

Im Januar hatte Seoul bereits überlegt, die Strafmaßnahmen gegen den Norden auszusetzen. Jetzt wird es konkret: Südkorea könnte Verbote aus dem Jahr 2010 teilweise aufheben.

Nordkoreas Kim Jong Un (2.v.l.) und Südkoreas Moon Jae In mit ihren Ehefrauen
Getty Images/ Pyeongyang Press Corps

Nordkoreas Kim Jong Un (2.v.l.) und Südkoreas Moon Jae In mit ihren Ehefrauen


Es ist ein weiterer Schritt der Annäherung auf der koreanischen Halbinsel: Südkorea erwägt, die Sanktionen gegen den Nachbarn im Norden zu lockern. Südkoreas Außenminister Kang Kyung Wha sagte der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap, die Maßnahmen würden geprüft.

Es geht um Sanktionen, die Seoul 2010 gegen Nordkorea verhängte - als Antwort auf einen tödlichen Angriff auf ein Kriegsschiff, bei dem 45 Südkoreaner gestorben waren. Seoul hatte Pjöngjang damals vorgeworfen, das Schiff mit einem Torpedo abgeschossen zu haben. In der Folge stoppte es den Handel mit dem Norden und verbot die Durchfahrt für nordkoreanische Handelsschiffe in südkoreanischen Gewässern.

Außenminister Wha sagte aber auch, es gehe nicht darum, mit der Lockerung den internationalen Sanktionen gegen Pjöngjang zu widersprechen. Die südkoreanischen Strafmaßnahmen stehen nicht in Zusammenhang mit denen des Uno-Sicherheitsrates gegen Pjöngjang. Diese beziehen sich auf das Atomwaffenprogramm Nordkoreas.

Im Januar hatte Seoul schon einmal erwogen, die Sanktionen zeitweise auszusetzen. Seit Anfang des Jahres gehen beide Länder wieder aufeinander zu. Nordkoreanische Athleten hatten an den Olympischen Winterspielen im Februar im südkoreanischen Pyeongchang teilgenommen. Außerdem gab es seit April drei Gipfeltreffen zwischen dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, zuletzt Mitte September.

Während der Gipfel hatten sich beide auf Maßnahmen zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen einschließlich des Abbaus militärischer Spannungen geeinigt.

mst/dpa



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