Südkorea Ex-Präsidentin Park muss noch länger ins Gefängnis

Südkoreas Ex-Präsidentin Park Geun Hye ist von einem Berufungsgericht zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die frühere Staatschefin soll mehr Bestechungsgelder angenommen haben als bislang bekannt.

Park Geun Hye (Archivaufnahme)
YONHAP/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Park Geun Hye (Archivaufnahme)


Die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye ist von einem Berufungsgericht wegen Korruption zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem müsse sie eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 15,6 Millionen Euro zahlen, meldete die Nachrichtenagentur Yonhap.

Das Gericht in Seoul erhöhte damit am Freitag die von einer niedrigeren Instanz im April verhängte Strafe um ein Jahr. Die Staatsanwaltschaft war in Berufung gegangen. Sie hatte ursprünglich 30 Jahre Haft sowie eine Geldstrafe gefordert. Das Berufungsgericht hat die erhöhte Strafe damit begründet, dass Park weitaus mehr Bestechungsgelder erhalten habe, als ursprünglich angenommen.

Park befindet sich bereits seit Ende 2017 in Gewahrsam. Sie hat erklärt, sich nicht falsch verhalten zu haben. Die 66-Jährige war zur Urteilsverkündung nicht im Gerichtssaal. Ihr bleibt nun eine Woche, um in Berufung zu gehen.

Die Richter sahen es im April als erwiesen an, dass Park und ihre Vertraute Choi Soon Sil Bestechungsgelder in Millionenhöhe von Großkonzernen wie Samsung angenommen haben. Das Geld floss demnach in Stiftungen, die der damaligen Präsidentin Unterstützung und zusätzlichen Einfluss sichern sollten. Im Juli wurde Park in einem separaten Verfahren zu acht weiteren Jahren Gefängnis verurteilt. Dabei ging es um Wahleinmischung und den Verlust von Regierungsgeldern.

Der Skandal um Park und deren Vertraute Choi hatte große Wellen in der südkoreanischen Gesellschaft geschlagen. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe formierte sich eine Protestbewegung gegen Park. Auf Demonstrationen forderten Hunderttausende ihren Rücktritt. Schließlich enthob sie das Verfassungsgericht ihres Amtes. Park ist damit das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt Südkoreas, das zum Rücktritt gezwungen wurde.

als/dpa/Reuters



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