Warnschüsse an umstrittener Seegrenze Südkorea vertreibt nordkoreanisches Patrouillenboot

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist extrem angespannt. Jetzt hat die südkoreanische Armee eigenen Angaben zufolge Warnschüsse in Richtung eines Militärboots aus Nordkorea abgegeben.


Südkoreas Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit Warnschüssen ein Militärboot aus Nordkorea aus südkoreanischen Gewässern vertrieben. Der Zwischenfall ereignete sich demnach unweit der Insel Socheong an der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer. Das nordkoreanische Patrouillenboot sei nach den fünf Schüssen wieder abgedreht, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit.

Der Grund für die angebliche Grenzverletzung blieb unklar. Nicht selten überqueren Patrouillenboote des Nordens auch bei der Kontrolle von Fischkuttern die Seegrenze.

Die Lage auf der koreanischen Halbinsel ist nach einem neuen Atomtest Nordkoreas im Januar und einem Raketentest des Landes am Wochenende sehr angespannt. Nach nordkoreanischen Angaben brachte eine Trägerrakete am Sonntag einen Satelliten zur Erdbeobachtung auf seine Umlaufbahn. Die internationale Gemeinschaft befürchtet, dass Pjöngjang vor allem die Technologie atomar bestückter Interkontinentalraketen testen will.

Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte den Raketenstart in einer Dringlichkeitssitzung in New York scharf und kündigte eine weitere Resolution gegen das weitgehend isolierte Land an. Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes plant Nordkorea einen erneuten Nukleartest.

Video: Kim Jong Un lässt Langstreckenrakete abfeuern

REUTERS/ KCNA

aar/dpa/AP

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