Konflikt mit Pjöngjang Seoul macht Nordkorea für Hackerangriffe verantwortlich

Der Ton zwischen Süd- und Nordkorea wird immer schärfer: Seoul wirft Pjöngjang jetzt Smartphone-Spionage vor - und verhängt wegen Atom- und Raketentests neue Sanktionen gegen das kommunistische Nachbarland.


Sie sollen sich Zugriff zu den Mobiltelefonen südkoreanischer Regierungsvertreter verschafft haben. Seoul geht davon aus, dass Hacker aus Nordkorea hinter Spitzelattacken aus den vergangenen Wochen stecken. Der Geheimdienst teilte mit, Ziel der Angriffe zwischen Ende Februar und Anfang März seien Smartphones Dutzender Beamter gewesen.

Südkoreanische Sender berichten, einige Spähaktionen seien erfolgreich gewesen. Die Angreifer hatten demnach Textnachrichten versendet, mittels derer ein Schadcode auf den Geräten untergebracht werden sollte. Ob geheime Informationen gestohlen wurden, ist unklar.

Die Angst vor Cyber-Attacken ist im stark vernetzten Südkorea groß. Seoul warf dem kommunistischen Regime Nordkoreas in den vergangenen Jahren mehrfach vor, Internetseiten von Behörden und Unternehmen gehackt zu haben. Pjöngjang bestritt die Vorwürfe.

Die jüngsten Vorwürfe erfolgen inmitten zunehmender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Am Montag hatte Nordkorea auf den Beginn südkoreanisch-amerikanischer Militärmanöver mit der Drohung eines präventiven Atomschlags reagiert. Nordkorea unterstellt den USA Angriffsvorbereitungen, was beide Länder aber bestreiten.

Mit einem Atomtest im Januar und einem umstrittenen Raketentest im Februar hatte Pjöngjang weltweit Empörung ausgelöst. Südkorea verkündete nun neue Sanktionen gegen den Nachbarn. Unter anderem seien fast 40 Funktionäre des kommunistischen Regimes und 30 Organisationen, die mit Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm in Verbindung stünden, auf eine Schwarze Liste gesetzt worden. Das teilte das Büro des südkoreanischen Ministerpräsidenten mit. Ihnen sei der Weg für Geldgeschäfte über südkoreanische Banken versperrt.

Vor einer Woche hatte bereits der Uno-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Nordkorea verschärft.

kev/AFP/dpa

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