Atom-Konflikt Seoul droht Nordkorea mit "harter Vergeltung"

Seoul und Japan setzen auf Abschreckung, China ruft zur Mäßigung auf: Der Konflikt zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten bereitet auch den anderen Ländern in der Region große Sorgen.

Südkoreanische Soldaten
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Südkoreanische Soldaten


US-Präsident Donald Trump droht Nordkorea mit "Feuer und Wut", Pjöngjang präsentiert Pläne für einen Angriff auf die amerikanische Pazifikinsel Guam: Die Sorge vor einem Krieg mit dem kommunistischen Regime wächst - und mit ihr die Angst vor dem Einsatz von Atomwaffen. Allen voran im benachbarten Südkorea.

Seoul versucht es in dem Konflikt nun ebenfalls mit Abschreckung. Mit ungewöhnlich deutlichen Worten hat Südkoreas Militär die Führung in Pjöngjang vor einer weiteren Eskalation des Konflikts gewarnt. Sollte der Norden seine "Provokationen" nicht unterlassen, werde das kommunistische Nachbarland "die harte und resolute Vergeltung der Alliierten" zu spüren bekommen, sagte der Generalstabschef der Streitkräfte, Roh Jae Cheon. Man sei darauf vorbereitet, die "Provokationen" Nordkoreas umgehend zu kontern.

US-Verteidigungsminister James Mattis hatte Pjöngjang vor allen "Aktivitäten, die zum Ende des Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen würden", gewarnt. Nordkorea erklärte seinerseits, US-Präsident Donald Trump verstehe nur "absolute Stärke".

Doch nicht nur die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den mit Südkorea verbündeten Amerikanern und Nordkorea hatten in den letzten Tagen weltweit für Beunruhigung gesorgt. Es gab auch Berichte über große Fortschritte Nordkoreas bei seinem Atom- und Raketenprogramm. Seoul will sein Militär nun umfassend reformieren und schlagkräftiger machen. Am Donnerstag soll Südkoreas Nationaler Sicherheitsrat nun zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das teilte ein Sprecher des Präsidialamts mit.

China fordert "Rückkehr zur Vernunft"

Kritik an beiden Seiten in dem Konflikt kam dagegen aus Peking. Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua verurteilte den verbalen Schlagabtausch zwischen den USA und Nordkorea scharf. In einem Kommentar hieß es, ohne eine "Rückkehr zur Vernunft" werde "alles noch schlimmer". Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, während die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Die japanische Regierung erklärte wiederum, Provokationen aus Nordkorea "niemals zu tolerieren". Die jüngsten Pläne Pjöngjangs würden nicht nur Japan, sondern auch die Sicherheit der internationalen Gemeinschaft bedrohen, erklärte ein Sprecher am Donnerstag in Tokio.

Video: Kein Ende der Eskalation

KCNA/REUTERS

Japan hat bereits mehrfach damit gedroht, nordkoreanische Raketen abzuschießen. Japan und die USA würden ihre Politik eng abstimmen, sagte der Sprecher und verwies auf ein Treffen der Außen- und Verteidigungsminister beider Länder am 17. August. Zudem teilte die Regierung in Tokio mit, es habe am Dienstag in der Nähe der koreanischen Halbinsel eine gemeinsame Übung mit jeweils zwei amerikanischen und japanischen Kampfjets gegeben.

kev/AFP/AP/dpa

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