Größere Luftverteidigungszone Südkorea kontert Chinas Gebietsansprüche

Die Spannungen im fernen Osten verschärfen sich. Nach China erweitert nun auch Südkorea seine Luftverteidigungszone im Ostchinesischen Meer. Die Regierung in Seoul sieht durch Pekings Machtambitionen unter anderem eine Forschungsstation bedroht.


Seoul - Südkorea hat seine Luftverteidigungszone im Ostchinesischen Meer ausgedehnt - eine Provokation gegen China. Das Gebiet umfasse künftig auch Teile einer kürzlich von Peking eingerichteten Luftverteidigungszone, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Die neuen Regeln sollen Mitte Dezember in Kraft treten.

Mit der Ausweitung der Zone untermauert Südkorea unter anderem seine Ansprüche auf einen Unterwasser-Felsen, den auch China für sich beansprucht. Südkorea nennt diesen Ieodo, China Suyan. Der Felsen liegt 149 Kilometer südwestlich von Südkoreas südlichster Insel Marado; das Land betreibt dort eine Ozeanforschungsstation.

Südkorea hatte die Ausweitung der eigenen Luftverteidigungszone Anfang des Monats angekündigt. Die Regierung in Seoul reagierte damit auf die Schaffung einer umstrittenen chinesischen Luftraumüberwachungszone über dem Ostchinesischen Meer.

China hatte am 23. November eine Zone definiert, die Ieodo mit einschließt. Südkoreas Drohung, die eigene Zone ebenfalls auszuweiten, hatte in chinesischen Medien nur wenig Beachtung gefunden. Viel schärfer war der Streit um eine Inselgruppe, die neben China auch Japan beansprucht.

Die in Japan Senkaku und in China Diaoyu genannten Inseln werden derzeit von Tokio kontrolliert. Sie liegen in fischreichen Gewässern, in der Umgebung werden größere Öl- und Gasvorkommen vermutet. China fordert, dass sich ausländische Flugzeuge vor dem Flug durch die Zone anmelden und eine Funkverbindung zur chinesischen Luftüberwachung aufnehmen.

Die USA hatte daraufhin demonstrativ mehrere Kampfflugzeuge die Zone durchfliegen lassen, ohne dies vorher in Peking anzumelden. Auch Japan, Südkorea und Taiwan schickten unangekündigt Flugzeuge in das Gebiet. Diplomatische Verhandlungen mit China führten bislang zu keinem Ergebnis. Angesichts der aufgeheizten Stimmung besteht international die Sorge, dass es in der Region nicht nur verbal, sondern auch militärisch zur Konfrontation kommen könnte.

Südkoreas Marine startet zudem zusammen mit britischen und amerikanischen Seestreitkräften ein zweitägiges Manöver vor der Südküste des Landes statt. Das Manöver sei seit langem geplant, betonte der US-Kommandant Steven Curry von der Pazifikflotte in Hawaii. Es sei nicht verabredet worden, um gegen Chinas neue Überwachungszone zu protestieren.

ssu/AFP/dpa/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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uterallindenbaum 08.12.2013
1. Senkaku
So habe ich es als Kleinkind auf der Karte gelesen... als noch URSS und DDR auch drauf standen. Diaoyu stand nicht drauf, und erst vor ein Paar Jahre tauchte zum erste mal, auf Internet, der Name auf. Die Chinesen gehört mal ordentlich den Hintern poliert. Bevor man zunahe am Rollenspiel Fallout kommt.
jupiter_jones 08.12.2013
2. Wirkt zwar albern...
Koennte aber spaeter beim verhandlungspoker helfen. Daher eine logische reaktion.
5michael5 08.12.2013
3. Absehbar
War das. Nun driftet Amerikas Macht und Die Chinesen versuchen in der Kurve zu übernehmen . BLÖDERWEISE versuchen ausgerechnet auch andere gerade gleichzeitig diese Kurve zu kriegen. Inferno.
moelln56 08.12.2013
4. Deklariert
als eine Ozeanforschungsstatio könnte dies auch ein Horchposten sein. Wer weis das schon.
Kauzboi 08.12.2013
5. Distanzen
Bevor hier wieder die üblichen Verdächtigen der chinesischen Aggression beispringen, sei gesagt, dass die nächstgelegene chinesische Insel mehr als 250km von dem Felsen entfernt ist. Und wie wir aus dem Artikelchen wissen, ist die nächste Südkoreanische Insel nur 149km entfernt. Es ist sogar so, dass Japan Anspruch erheben könnte, wenn man China dies zugesteht, denn Japan hat ebenfalls ein Inselchen das nicht viel weiter entfernt ist als jenes von China... Klarer Fall.
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