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Reaktion auf Atomtest: Südkorea beginnt mit Propaganda-Beschallung gen Norden

Soldat bei den Vorbereitungen für die Propaganda-Botschaften: Gezielte Provokation Zur Großansicht
AP

Soldat bei den Vorbereitungen für die Propaganda-Botschaften: Gezielte Provokation

Propagandaschlacht an der Grenze: Als Reaktion auf Nordkoreas vermeintlichen Test einer Wasserstoffbombe beschallt Seoul die Nachbarn mit regimekritischen Botschaften. Das Militär ist in Alarmbereitschaft.

Die Aktion dürfte zu großem Ärger in Pjöngjang führen: Wie angekündigt hat Südkorea damit begonnen, an der Grenze zum Nachbarland antikommunistische Propaganda zu verbreiten. Das Datum dürfte dabei kein Zufall sein. Es wird vermutet, dass Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong Un an diesem Freitag Geburtstag feiert.

"Wir verbreiten kritische Meldungen über Kim Jong Uns Regime und seinen vierten Atomtest", sagte ein Vertreter des südkoreanischen Militärs. Zunächst seien an elf Stellen die Lautsprecheranlagen wieder in Betrieb genommen worden, berichtete der südkoreanische Rundfunksender KBS. Die Truppen an der Grenze seien in höchster Alarmbereitschaft.

Mit der Aktion reagiert Südkorea auf den vermeintlichen Test einer Wasserstoffbombe im Nachbarland. Die Regierung in Seoul sieht darin eine schwere Verletzung einer im August getroffenen Vereinbarung zwischen den Regierungen der geteilten Halbinsel. Ziel war es damals, die Spannungen zwischen dem kommunistischen Regime im Norden und dem Nachbarland im Süden abzubauen.

Zuletzt hatte Südkorea im vergangenen August Anti-Pjöngjang-Propagandabotschaften an der Grenze verbreitet - unter anderem in Form von Nachrichten, Wettervorhersagen und Popsongs. Nordkorea sprach damals von einem "offenen Kriegsakt": Das Regime ist bekannt dafür, extrem heftig auf Kritik zu reagieren. Beobachter gehen deshalb davon aus, dass sich mit der aktuellen Aktion die Spannungen zwischen den Ländern verschärfen werden. Der britische Außenminister Philip Hammond forderte Südkorea deshalb zur Zurückhaltung auf.

USA kündigen härtere Gangart gegen Nordkorea an

Ob bei dem Test am vergangenen Mittwoch tatsächlich eine Wasserstoffbombe gezündet wurde - wie von Nordkorea behauptet - wird von Experten bezweifelt. Dennoch wird die Aktion international als Provokation gewertet. "Dieser Test unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren, festen internationalen Antwort", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, am Donnerstag. "Möglicherweise ist jetzt die Zeit gekommen, schärfere Sanktionen zu verhängen."

Zuvor hatten sich US-Präsident Barack Obama, die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe auf eine enge Zusammenarbeit im Vorgehen gegen Nordkorea geeinigt. Ziel ist unter anderem die Annahme einer Resolution des Uno-Sicherheitsrates, die harte Sanktionen gegen Pjöngjang vorsieht.

Die USA könnten laut Medienberichten demnächst mithilfe von Luftuntersuchungen klären, ob es sich um den Test einer Wasserstoffbombe handelte. Ein Spezialflugzeug des Typs WC-135W ("Constant Phoenix") könne vor der koreanischen Halbinsel radioaktive Partikel aufspüren, wie sie nach Atomversuchen anfielen, sagte ein Vertreter des US-Militärs dem Nachrichtensender CNN. Die USA verfügten für solche Analysen auch über Bodenstationen.

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SPIEGEL ONLINE

aar/AP/Reuters/dpa

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Fläche: 122.762 km²

Bevölkerung: 25,027 Mio.

Hauptstadt: Pjöngjang

Staatsoberhaupt:
Kim Il Sung (obwohl bereits 1994 verstorben);
Protokollarisches Staatsoberhaupt: Kim Yong Nam;
"Oberster Führer": Kim Jong Un

Regierungschef: Pak Pong Ju

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